"Simpsons" sind jetzt US-Serie mit den meisten Episoden

    30. April 2018, 19:12
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    Die Zeichentrickserie brach den Rekord inmitten von Rassismusvorwürfen

    New York – Die Zeichentrickserie "Die Simpsons" ist jetzt die US-Fernsehserie mit den meisten Episoden: Mit der am Sonntag ausgestrahlten 636. Folge lief die Serie des Senders Fox der Western-Serie "Gunsmoke" (Rauchende Colts) den Rang ab. Diese hatte 1975 nach 20 Jahren mit Folge 635 geendet.

    "Die Simpsons" haben noch einen Vertrag bis mindestens 2019 – damit ist der 1989 gestarteten Erfolgsserie ihr 30. Jubiläum sicher. Die Rekordmeldung kommt in einer Zeit, in der die Serie um Hauptfigur Homer Simpson Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt ist. Anlass ist die Figur des indischen Ladenbesitzers Apu Nahasapeemapetilon. Der indischstämmige Schauspieler und Komiker Hari Kondabolu kritisiert, dass die Figur allzu viele Stereotype bedient, allen voran der – von einem Weißen gesprochene – markante Akzent.

    Zunächst keine Reaktion

    Die Art und Weise, wie die "Simpsons"-Macher um Matt Groening mit der Kritik umgegangen sind, hat für zusätzlichen Ärger gesorgt. Die Macher reagierten zunächst gar nicht – und ließen dann in Folge 633 Marge – Homers Simpsons Ehefrau – und Tochter Lisa einen umstrittenen Dialog über politische Korrektheit führen.

    In der Episode liest Marge Lisa ein Kinderbuch vor, und versucht dabei, alle Wörter wegzulassen, die jemanden verletzen könnten. Lisa empfindet die Geschichte als langweilig. "Was soll ich tun?", fragt Marge. "Schwer zu sagen", antwortet Lisa. Das Mädchen richtet den Blick auf die Zuschauer und sagt: "Etwas, das vor Jahrzehnten angefangen hat und begrüßt wurde, gilt heute als politisch inkorrekt. Was kann man tun?"

    "Mit manchen Dingen muss man sich zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen", antwortet Marge, worauf Lisa sagt: "Wenn überhaupt."

    Als sich die Kritik danach noch verstärkte, zog sich der weiße Schauspieler Hank Azaria, der dem Inder Apu die Stimme lieh, aus der Serie zurück. "Simpsons"-Erfinder Groening zeigte sich unbeirrt. Der Zeitung "USA Today" sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview: "Ich denke, wir leben in einer Zeit, in der die Menschen gerne schockiert tun." (APA, 30.4.2018)

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