Zehn der besten Serienhackler

    Ansichtssache29. April 2018, 11:02
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    Sie sind rebellisch, stolz, meistens furchtlos und fast immer der Albtraum ihrer Chefs: Die Fernsehhelden der Arbeiterklasse.

    Ihr Zugang zur Arbeit ist unterschiedlich, wann sie wirkten ebenso. Was die TV-Helden der Arbeit eint, ist ihre Einzigartigkeit: Rebellisch, furchtlos, meistens der Albtraum ihrer Chefs. Ein Ranking der liebsten Serienhackler von 1 bis 10.

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    Edmund Sackbauer Von 1975 bis 1979 flogen in Wien-Favoriten die Fetzen. Mundl, Elektriker, Choleriker und Alkoholiker, war als Ehemann und Familienvater mäßig begabt, im Beruf stets einsatzbereit. Als er trotzdem in die Arbeitslosigkeit rutschte, behalf er sich mit erhöhten Mengen von Hopfen und Malz und wendete eine Praktik an, die heute als bestes Mittel gegen Burnout gilt, nämlich seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Mundl-Erfinder Ernst Hinterberger wühlte mit seinem aufbrausenden Arbeiterhelden das verhätschelte TV-Publikum auf und konfrontierte es mit endgültigen Wahrheiten: "Mei Bier is' ned deppert!"

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    Bob, der Baumeister Fixes Kerlchen, Idol aller Buben zwischen drei und 103 Jahren und mit ziemlicher Sicherheit auch von Barack Obama, der den Slogan "Yes, we can" aus der Titelmelodie gestohlen hat. Bob war freilich erfolgreicher

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    3

    Roseanne Conner Die wuchtigste Heldin der Arbeiterklasse zettelte am Fließband einen Aufstand an und schaffte, dass George Clooney neben ihr alt aussah. Feierte kürzlich das spektakulärste Comeback seit Doogie "How I Met Your Mother" Howser.

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    4

    Der faule Willi Eine Arbeitsbiene wie ein politisches Statement. Sich dumm stellen und damit nicht nur gut über die Runden kommen, sondern sogar eine pummelige Freundin zum Anfassen. Seit neuem deutlich dünner.

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    Doug Heffernan Botenfahrer mit zwei Schwächen: seine Frau Carrie und so ziemlich alles Essbare, das im Fett-Food-Planeten in Queens auffindbar war, als dessen King er regierte. Schwergewicht war ihm nahe: Sein Reich war der Fettnapf.

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    Egon Kling Leidgeprüfter Gatte in der Lindenstraße zwischen Folge eins und 659. Arbeitete sich vom Landarbeiter hoch, sein größtes Verdienst war, die ständige Keppelei seiner Frau Else und seinen stockdummen Sohn zu ertragen.

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    foto: abc

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    Tim Taylor Klassisches Exemplar eines Typen, der nie gelernt hat, sein Kind im Manne zu zähmen, und der als "Heimwerkerkönig" gern mit großen Geräten hantiert, diese aber selten beherrscht. Was wir von ihm lernen? So zu tun, als ob.

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    8

    Fred Feuerstein Gut vernetzter Dinobaggerführer im Steinbruch von Steintal. Freundlich, geschickt, schnell auf den Beinen, emotional allerdings nur wenig belastbar. Dazu kommt eine starke Abhängigkeit von seiner Frau Wilmaaaaa.

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    foto: hbo

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    Brienne von Tarth Riesenweib mit Ehre im Leib. Während sich die Großkopferten in Game of Thrones um die Größe ihrer Schwerter streiten, regelt die Ritterin von der imposanten Gestalt die Verhältnisse ratzfatz. Macht eher keine Opfer.

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    June Osborne / Offred Die Revolte der Arbeiterklasse ist ein schweres Geschäft, aber irgendwer muss sie ja machen. Wird sie angeführt von einer "Magd", wie jener aus The Handmaid's Tale: Wir würden ihr überallhin folgen. (Doris Priesching, 30.4.2018)

    Schwerpunkt "Zukunft der Arbeit":
    Werden Roboter unsere Jobs übernehmen? Falls ja, was macht das mit unserer Gesellschaft? Welche sozialen Folgen haben die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt, die gerade erst begonnen haben? Und welche neuen Chancen eröffnet der technologische Arbeitswandel? Wir finden das Thema "Zukunft der Arbeit" so wichtig, dass wir ihm diesen Schwerpunkt widmen. In den kommenden Tagen finden Sie auf https://derStandard.at/Die-Zukunft-der-Arbeit eine Serie von Artikeln: Die STANDARD-Redaktion hat Forscherinnen und Forscher befragt, ist dorthin gefahren, wo die neue Arbeitswelt bereits zu spüren ist, und macht sich in Essays Gedanken – alles handgefertigt, natürlich.

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