Archäologische Funde aus Ephesos ins rechte Licht gerückt

Video26. April 2018, 18:38
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Schüler der HTL St. Pölten entwickelten vollautomatische Beleuchtungskuppel, mit der Archäologen ihre Funde fotografieren können

Wien/St. Pölten – In einem Citizen-Science-Projekt haben Schüler der HTL St. Pölten gemeinsam mit dem Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) ein spezielles vollautomatisches Beleuchtungssystem entwickelt. Damit können die Archäologen sehr einfach und sogar noch am Grabungsgelände Funde aus verschiedenen Beleuchtungspositionen aufnehmen und diese damit optimal erfassen, teilte das ÖAI mit.

Aufwändig Beleuchtung

Die bei einer archäologischen Ausgrabung freigelegten Objekte wie etwa Keramiken, Inschriften oder Münzen müssen zur Dokumentation und weiteren wissenschaftlichen Analyse fotografiert werden. Die Forscher am ÖAI der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verwenden dazu eine computerbasierte fotografische Methode, das sogenannte Reflectance Transformation Imaging (RTI).

Dabei werden von einer fixierten Kameraposition aus mehrere Fotos mit verschiedenen Beleuchtungspositionen erstellt. Das soll eine optimale Erfassung der Funde ermöglichen. Die Prozedur dafür ist aber aufwändig, jede Lampe muss händisch positioniert und die Fotos einzeln gemacht werden.

österreichisches archäologisches institut
Video: So funktioniert der RTI-Dome.

RTI-Dome macht vieles leichter

Die Schüler der HTL St. Pölten haben nun eine vollautomatische Beleuchtungskuppel für diese Methode entwickelt und konstruiert, den "RTI-Dome". Die Kamera ist dabei in der Kuppel fix montiert und das Objekt wird von bis zu 40 Lampen aus unterschiedlichen Beleuchtungspositionen aufgenommen.

"Die Herausforderung bestand darin, eine automatisierte Beleuchtungskuppel mit Kamerasynchronisation zu entwickeln, die sowohl stationär am ÖAI in Wien als auch in der Feldforschung verwendet werden kann", erläuterte ÖAI-Fotograf Niki Gail. Das bedeutete nicht nur eine möglichst kleine Baugröße und leichte Transportierbarkeit, sondern auch eine einfache Bedienbarkeit. Zudem muss die Kuppel auch hohen Temperaturen standhalten. Laut ÖAI ist der RTI-Dome bereits auf der Grabung in Ephesos im Einsatz.

Die Schüler haben ihr Projekt beim Wettbewerb für junge, technische Talente "Axaward 2018" eingereicht und stehen damit im Finale der Top Ten, das am 27. April in Wien stattfindet. (APA, 26.4.2018)

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