Zwölfstundentag: Strache kündigt Vorschlag vor dem Sommer an

    26. April 2018, 11:49
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    Vizekanzler: Gesetzliche Normalarbeitszeit bleibt gleich, aber Österreicher sollen "freiwillig länger" arbeiten können

    Wien – Die Bundesregierung plant über den Sommer eine Lösung bei der seit Jahren umstrittenen Arbeitszeitflexibilisierung – Stichwort Zwölfstundentag. "Wir werden versuchen, bis Ende Juni einen Vorschlag vorzulegen. Vielleicht wird es dann der Herbst", erklärte Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Mittwochabend in der Ö1-Diskussionsreihe "Klartext".

    Strache betonte, dass an der gesetzlichen Normalarbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche nicht gerüttelt werde. Es solle darüber hinaus aber möglich sein, "freiwillig länger" zu arbeiten – nämlich bis zu zwölf Stunden pro Tag oder maximal 60 Stunden pro Woche. Viele Bauarbeiter würden ein solches Modell gerne nutzen, weil sie dann bereits den Freitag freinehmen und mehr Zeit mit der Familie verbringen könnten, meinte Strache.

    Einzelvereinbarungen oder Betriebsrat

    Im Regierungsprogramm ist im Zusammenhang mit der Arbeitszeitflexibilisierung eine Stärkung der Betriebsebene vorgesehen. Betriebe sollen im Einvernehmen mit dem Betriebsrat beziehungsweise, wenn es einen solchen nicht gibt, direkt mit dem Arbeitnehmer über eine Einzelvereinbarung mehr Möglichkeiten zur Gestaltung flexibler Arbeitszeiten erhalten. Derzeit gibt es in einigen Branchen bereits Arbeitszeitflexibilisierungsmodelle, die auf Kollektivvertragsebene zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ausverhandelt wurden.

    Gewerkschaft und SPÖ kritisieren an dem von ÖVP und FPÖ geplanten Modell, dass es mit der Freiwilligkeit nicht weit her sei, wenn auf Betriebsebene entschieden wird. "Da ist gar nichts freiwillig. Da diktiert der Chef den Mitarbeitern", meinte SPÖ-Chef Christian Kern. Es bestehe vielmehr die Gefahr, dass Mitarbeiter zu längerer Arbeitszeit gedrängt und anfallende Überstunden nicht ausbezahlt werden.

    "Das wäre unsozial", meinte Strache dazu. "Wir werden sicherstellen, dass sich der Mitarbeiter aussuchen kann, ob Überstunden ausbezahlt werden oder Zeitausgleich genommen wird", versicherte der Vizekanzler. (APA, 26.4.2018)

    • Vizekanzler Strache möchte den Zwölfstundentag einführen, damit Bauarbeiter den Freitag mit der Familie verbringen können.
      foto: apa / georg hochmuth

      Vizekanzler Strache möchte den Zwölfstundentag einführen, damit Bauarbeiter den Freitag mit der Familie verbringen können.

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