Strache über Soros: "Es sind keine Gerüchte, es sind Fakten"

    Video26. April 2018, 07:19
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    Giftiges Streitgespräch zwischen Christian Kern und Heinz-Christian Strache: Wer länger Parteichef bleibt, gewinnt eine Flasche Rotwein

    Wien – Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und SPÖ-Chef Christian Kern lieferten sich Mittwochabend in der Ö1-Reihe "Klartext" einen harten Schlagabtausch zur Politik der Bundesregierung. Während Strache die Arbeit von ÖVP und FPÖ lobte, warf Kern den Freiheitlichen eine unsoziale Politik und rechte Umtriebe vor. Auch Unfreundlichkeiten wurden ausgetauscht. Besonders emotional wurde es beim Thema George Soros.

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    FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache und SPÖ-Chef Christian Kern trafen Mittwochabend bei einer Diskussion im Radiokulturhaus aufeinander.

    "Keine Gerüchte, es sind Fakten"

    Als Strache – "es sind keine Gerüchte, es sind Fakten" – erklärte, dass der US-Milliardär jüdischer Herkunft, der zuletzt vor allem in Ungarn zum Feindbild erkoren wurde, an der Unterstützung der Flüchtlingsbewegungen nach Europa beteiligt war, geriet der SPÖ-Chef in Rage.

    Was Strache da mache, drehe vielen den Magen um. Soros werde von Neonazis und Identitären zum Feindbild gemacht, "und Sie dreschen jetzt auch auf ihn drauf", meinte Kern. "Sie überschreiten die Grenzen des Anstands und der Moral." Der SPÖ-Chef warf den Freiheitlichen im Zusammenhang mit Soros Antisemitismus vor. Strache möge einmal auf seine Social-Media-Seiten schauen, welchen "Abschaum" er dort damit anziehe.

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    Heinz-Christian Strache und Christian Kern: Gudenus und die Soros-Verschwörungen.

    Der Vizekanzler nannte die Vorwürfe "absurd" und "letztklassig" und sprach von "miesen Unterstellungen, die man nicht im Raum stehen lassen kann". Kern versuche "den Brunnen zu vergiften". Kritik an Soros sei legitim und berechtigt, solche gebe es etwa auch vom israelischen Ministerpräsidenten. "Die Konfessionsebene spielt hier keine Rolle", so Strache.

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    Heinz-Christian Strache und Christian Kern zu ihren neuen Positionen.

    "Lieber ein Kaiser als eine Prinzessin"

    Auch innenpolitisch ging es zur Sache. Mehrmals bezichtigten Strache und Kern einander der Verbreitung von Unwahrheiten und des Umfallens bei politischen Vorhaben oder stellten überhaupt die Bildung des jeweils anderen infrage. Er verstehe die Frustration bei Kern, so Strache: "Der kürzeste Kanzler der Zweiten Republik." Nach den Landtagswahlen würden viele in der SPÖ einen Wechsel an der Parteispitze herbeisehnen. Motto laut Strache: "Lieber ein Kaiser als eine Prinzessin" – eine Anspielung auf den erfolgreichen Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser und ein im Nationalratswahlkampf geleaktes SPÖ-Papier, in dem Kern als "Prinzessin" tituliert wurde.

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    Heinz-Christian Strache und Christian Kern zu Selbstverwaltung und Sozialversicherungen.

    Dieser bot Strache darauf hin eine Wette an. "Ich wette eine gute Flasche Rotwein, dass ich länger SPÖ-Chef bin als Sie bei den Freiheitlichen." Strache nahm die Wette "gerne" an. Der FPÖ-Chef lobte das erste Budget der neuen Regierung, das gerade präsentierte Fremdenrechtspaket und diverse Entlastungen. Der SPÖ-Vorsitzende warf den Blauen indes "Steigbügelhaltertum für die Großsponsoren der ÖVP" vor. Mindestpensionen, die Reform der Sozialversicherungen, Gesundheitspolitik, Arbeitszeitflexibilisierung oder die EU-Politik der Bundesregierung waren weitere umfehdete Themen.

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    Heinz-Christian Strache und Christian Kern: Wann kommt die direkte Demokratie?

    Drittes Treffen

    Kern und Strache trafen in der Ö1-Reihe bereits zum dritten Mal aufeinander. Im November 2016 gab es das erste Gespräch. Ein über weite Strecken ruhiges, sachliches, fast amikales Gespräch hatten der damalige Bundeskanzler und der damalige Oppositionsführer dabei geführt. Sogar ein gemeinsames Bier stellten sie einander in Aussicht. Medien berichteten danach von einer Annäherung zwischen Rot und Blau. Vergangenen September führten Kern und Strache im Wahlkampf ein weiteres "Klartext"-Duell – eine dem Wahlkampf angemessene Konfrontation.

    Eine Nationalratswahl später trafen Strache und Kern bei "Klartext" nun in vertauschten Rollen aufeinander: der eine als Vizekanzler und Regierungsvertreter, der andere als Oppositionspolitiker. Von der ehemals amikalen Atmosphäre war ebenso wenig zu erkennen wie von einer Annäherung zwischen Rot und Blau. Die Fronten zwischen SPÖ und FPÖ sind wieder die alten, das Gesprächsklima giftig. Es sei zwar gute SPÖ-Tradition, mit allen zu reden, die FPÖ in ihrer heutigen Konstellation sei aber mit der SPÖ nicht kompatibel, stellte Kern klar. Es gelte der SPÖ-Kriterienkatalog, nach dem "23. Einzelfall mit rechtsrechten Ausritten" sei der mit der FPÖ aber nicht zu erfüllen. (APA, 26.4.2018)

    • Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lieferte sich Mittwochabend auf Ö1 einen Schlagabtausch mit SPÖ-Chef Christian Kern.
      foto: apa/herbert neubauer

      Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lieferte sich Mittwochabend auf Ö1 einen Schlagabtausch mit SPÖ-Chef Christian Kern.

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