Adrian McKintys "Dirty Cops": Verrat und Rache

    24. April 2018, 13:02
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    Der Autor arbeitet mit schwarzem Humor, Zitaten aus Literatur und Musik und historischen Fakten

    Ein Krimi aus den Zeiten des Irrsinns: Adrian McKinty schickt seinen katholischen Bullen Sean Duffy ein weiteres Mal auf Verbrecherjagd in Belfast. Es ist mitten im Bürgerkrieg, der Job lebensgefährlich. Duffy wird verschleppt und soll in einsamer Gegend erschossen werden. Er hat sich zu hartnäckig mit dem Fall eines ermordeten Drogendealers befasst, der möglicherweise von einer Unterabteilung der IRA hingerichtet worden war.

    Der Nordirlandkonflikt hat 3600 Tote gefordert, da ist ein toter Dealer kaum eine Kurzmeldung wert. Duffy kommt davon und ermittelt weiter. Was an diesem Krimi, der in den 1980er-Jahren spielt, so fasziniert, ist diese brutale Situation, in der Paramilitärs ihre Reviere abstecken, diese Atmosphäre des Misstrauens, des Verrats und der Rache.

    Der 1968 in Belfast geborene, heute in Melbourne lebende Autor arbeitet mit schwarzem Humor, Zitaten aus Literatur und Musik und historischen Fakten, aus denen verständlich wird, warum die blutige Vergangenheit immer noch in die Gegenwart wirkt. (Ingeborg Sperl, 24.4.2018)

    • Adrian McKinty, "Dirty Cops".  Dt.: Peter Torberg. € 15,40 / 392 Seiten. Suhrkamp, Berlin 2018
      cover: suhrkamp

      Adrian McKinty, "Dirty Cops". Dt.: Peter Torberg. € 15,40 / 392 Seiten. Suhrkamp, Berlin 2018

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