Plattform demonstrierte in Bregenz gegen türkis-blaue Bildungspolitik

    20. April 2018, 16:20
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    Bundesregierung betreibe "Chancenabschneiderei"

    Bregenz – Auf Initiative der Plattform für Reformpädagogische Initiativen & Mehr (PRIM) haben am Freitagnachmittag laut Polizeischätzung etwa 150 bis 200 Personen auf dem Bregenzer Kornmarktplatz "für eine zukunftsfähige Bildung und Politik" demonstriert. An den Schul-Vorhaben der schwarz-blauen Bundesregierung ließen die Veranstalter kein gutes Haar – sie bezeichneten sie als "Chancenabschneiderei".

    Die "Chancenabschneiderei" wurde dabei nicht nur durch verbale Kritik hörbar, sondern auch durch zerschnittene Kleider sichtbar gemacht. Titel wie "Kurz vertont", "Kurz geschnitten" und "Kurz gesagt" – in Zusammenhang mit Kürzungen gestellt – spielten auf Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an.

    Gegen "die Schwächsten"

    Inhaltlich richtete sich der Unmut unter anderem gegen separate Deutschklassen, gegen die Wiedereinführung der Ziffernnoten oder allgemein gegen Kürzungen im Bereich des Integrationstopfs. "Es trifft die Schwächsten der Gesellschaft", empörte sich Simone Flatz im Namen der veranstaltenden Plattform und verlangte "eine faire Bildung für alle Kinder". In dieselbe Kerbe traf die vehemente Forderung nach Einführung der Gemeinsamen Schule für die Zehn- bis 14-Jährigen – trotz oder mit der aktuellen Bundesregierung.

    Als offizielle Redner traten bei der Kundgebung Peter Fischer (ARGE Gemeinsame Schule) sowie der ehemalige Bildungssprecher der Grünen im Nationalrat, Harald Walser, ans Rednerpult. Ebenso als Sprecher angekündigt waren laut Veranstalter Norbert Loacker (ÖGB Vorarlberg) und Vorarlbergs SPÖ-Chefin Gabriele Sprickler-Falschlunger.

    Die Plattform für Reformpädagogische Initiativen & Mehr ist ein landesweiter Zusammenschluss von Eltern und Lehrer und Bildungsinteressierten. Als Co-Veranstalter der Kundgebung traten 16 Institutionen auf, darunter Lehrergewerkschaften, der Landeselternverband Vorarlberg, die ARGE Gemeinsame Schule, aber auch die Grünen und die Neos. (APA, 20.4.2018)

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      foto: berger
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