Suzuki Swift Sport: Der Reiskeks unter den Rennsemmeln

16. Mai 2018, 13:02
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Luftig, leicht und lecker: Mit diesem Rezept will der neue Suzuki Swift Sport beim Publikum punkten. Für das Temperament des Japaners sorgt ein 1,4-Liter-Turbo mit 140 PS

Malaga – Es gibt ja diese krawalligen Halbstarken, mit einem Motorsound, dass im Tunnel die Wände bröseln; mit Heckspoilern, auf denen du Hemden und Hosen bügeln kannst; mit aerodynamischem Beiwerk, das zweckmäßig sein mag, aber hart an der Grenze zur Peinlichkeit schrammt oder diese überschreitet. So ein Typ ist der Swift Sport – genau nicht. Er ist einer der stillen, bescheidenen Spaßmacher, aufgrund seiner Herkunft gewissermaßen ein Reiskeks unter den Rennsemmeln. Das optische Paket – großer Wabengrill, Spoilerlippe, Seitenschweller, Doppelauspuff – wirkt angemessen, aber denkbar dezent.

foto: suzuki
Suzuki Swift Sport: Wabengrill, Spoilerlippe, Seitenschweller angemessen dimensioniert

Wir sind dem Ruf, die Neuauflage kennenzulernen, nach Malaga gefolgt. Der Frühling dort kann auch nicht mehr als der bei uns, eher weniger. Umso besser, lenkt uns das blühende Land nicht allzu sehr ab, wir können uns ganz auf das Auto konzentrieren.

foto: suzuki
Der Innenraum des Swift Sport.

Mit Turbomotoren hat Suzuki sich bisher noch keinen großen Namen gemacht, in ganz überwiegendem Maße wurde hier gesaugt, nicht geladen. Das hat sich inzwischen geändert, und die im Sportler-Swift eingesetzte, auch schon im Vitara und S-Cross verbaute Maschine überzeugt vom Fleck weg. Luftig, leicht und lecker: 140 PS leistet das 1,4-Liter-Aggregat. Klingt nach nicht sonderlich viel, schiebt aber schon im niederen Drehzahlbereich resolut an und trifft vor allem auf keine Tonne Auto, sodass dieses – 80 Kilo leichter als bisher – sich als wieselflinker Frechdachs entpuppt. Gut, in der EU-Rechnung kommen 75 kg dazu, da sind' s dann doch 1050 kg.

Agilitätsmaßnahmen

Geschmacklich einwandfrei, Stichwort: lecker, wäre der nächste Punkt, der uns in Spaniens Süden aufgefallen ist, das Fahrwerk. Straff, aber nicht brutal hart. Die Kurvenkompetenz wiederum rührt her von optimierter Radaufhängung (dickere Stabilisatorgelenkstäbe vorn, Monroe-Stoßdämpfer vorn und hinten, speziell für das Auto entwickelter Längslenker hinten), steiferer Karosserie und eben weniger Masse.

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Das knackige Heck.

Wieselflink, agil und wendig wie nur was wuselt der Swift Sport in dritter Generation durch die Gegend, und die Frage nach Allradantrieb, den es sonst beim Swift schon, beim Sport nicht gibt, beantwortet sich auch aus dem Umstand des dann die Leichtigkeit des Seins, die Agilität beeinträchtigenden Mehrgewichts; in Wahrheit geht es dabei aber eher um die Erreichung der CO2-Ziele im WLTP-Zyklus, getrieben vom Motto: hohe Emotion, geringe Emission. Im Nassen ist man mit dem Frontantrieb gut beraten, gefühlvoll am Gaspedal zu agieren. Im Trockenen – welche Probleme bitte? Zerren am Lenkrad? I wo!

Dann noch zu erwähnen aus diesem stimmigen Gesamtpaket wären die ausreichend direkte Lenkung und die knackige Sechs-Gang-Handschaltung.

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Er könnte gern ein bisserl rotzige klingen, der Swift.

Die schnelle Farbe Rot kommt innen quasi als Aufputschmittel zum Großeinsatz, bei Nähten, Instrumenten, -rahmungen und geometrisch gemusterten Zierelementen. Was womöglich stört, ist ein bisserl viel Hartplastik, aber das ist fast klassenüblich. Allerdings würde ein etwas verwegenerer Motorsound nicht schaden.

In Summe ist der Swift Sport in dritter Generation ein unaufgeregtes Spaßgerät, mit dem man fröhliche Momente erfahren, erleben kann und der garantiert keine Sozialneider auf den Plan ruft. (Andreas Stockinger, 16.5.2018)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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