Neues CD-Labor für IT-Sicherheit von Produktionsanlagen

    20. April 2018, 09:00
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    Forscher konstatiert "viel zu sorglosen Umgang mit IT-Sicherheit in der Produktionstechnik"

    Wien – IT-Sicherheit spielt in einer zunehmend automatisierten Industrie, wo Softwaresysteme ganze Fabriken kontrollieren, eine wichtige Rolle. An der Technischen Universität (TU) Wien wurde heute, Donnerstag, ein Christian Doppler(CD)-Labor eröffnet, das sich mit der Cyber-Security von Anlagen der Industrie 4.0 beschäftigt.

    Mechanische und IT-Komponenten lassen sich in sogenannten integrierten Systemen oder "Cyber-Physical-Systems" nicht mehr klar trennen. Dem entsprechend müssen auch in Sicherheitsfragen die beiden Bereiche gemeinsam betrachtet werden. Es reiche nicht, die Software alleine zu analysieren, man müsse die gesamte Anlage im Blick behalten, heißt es in einer Aussendung der TU.

    "In der Produktionstechnik herrscht noch immer ein viel zu sorgloser Umgang mit Fragen der IT-Sicherheit", erklärte der Leiter des CD-Labors für die Verbesserung von Sicherheit und Qualität in Produktionssystemen, Edgar Weippl, vom Institut für Information Systems Engineering der TU Wien. Schon bei der Planung oder Entwicklung einer großen Produktionsanlage könnten gezielt Schwachstellen einbaut oder Fehler nicht gemeldet werden, um das später auszunutzen.

    Keine Chance für Hacker

    "Das sind keine Verschwörungstheorien, sondern Fragen, die man sich immer stellen muss, wenn viele Menschen bei einem großen Projekt zusammenarbeiten", so Weippl. Was in der IT-Branche seit vielen Jahren üblich sei, will er im neuen CD-Labor auf den Produktionstechnik-Bereich übertragen, um Hackern keine Chance zu geben. Dies sei bei Industrieanlagen umso wichtiger, die auf eine lange Betriebszeit ausgelegt sind.

    In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget des neuen CD-Labor beträgt 2,7 Millionen Euro, davon kommen 1,5 Mio. Euro von der öffentlichen Hand, der Rest von den Industriepartnern Software Quality Lab (Österreich) and SMS group (Deutschland). (APA, 20.4.2018)

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