Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung von deutsch-türkischen Journalisten

    18. April 2018, 10:51
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    Der Kölner Demirci ist seit Freitag in Istanbul in U-Haft – Ihm wird Terrorpropaganda vorgeworfen

    Berlin/Ankara – Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Freilassung des in Istanbul u.a. wegen Terrorpropaganda in Untersuchungshaft genommenen, deutsch-türkischen Journalisten Adil Demirci gefordert. Allerdings rechne er nicht mit einer schnellen Freilassung, sagte der Geschäftsführer der Organisation, Christian Mihr, den Zeitungen der Funke Mediengruppe von Mittwoch.

    "Realistischerweise befürchte ich, dass Adil Demirci für Monate in Haft bleiben wird, so Mihr. Der Kölner Demirci ist als freier Mitarbeiter für die linke Nachrichtenagentur Etha tätig. Die Agentur hatte am Samstag mitgeteilt, dass Demirci mit zwei anderen Etha-Reportern in der Nacht auf Freitag in ihren Wohnungen festgenommen worden seien.

    Auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu, die vergangenes Jahr monatelang in Istanbul in Haft saß, arbeitet für Etha. Der Funke Mediengruppe zufolge war Demirci für einen Kurzurlaub mit seiner an Krebs erkrankten Mutter in der Türkei.

    Nach Angaben von Mihr sind derzeit noch weitere vier deutsche Staatsbürger in türkischer Haft. Deren Namen wollte Mihr zu ihrem Schutz nicht nennen. Generell geht er dem Bericht zufolge davon aus, dass die Aufmerksamkeit der deutschen Öffentlichkeit dazu beigetragen habe, dass Tolu und der ebenfalls inhaftierte Journalist der Zeitung "Die Welt", Deniz Yücel, freikamen. "Trommeln hilft, denn erst durch die Aufmerksamkeit wurde der Druck auf die türkische Regierung so groß."

    Insbesondere die Inhaftierung Yücels hatte die deutsch-türkischen Beziehungen massiv belastet, bevor die türkische Justiz nach intensiven Gesprächen der deutschen Regierung mit der Regierung in Ankara schließlich seine Freilassung verfügte. (APA, AFP, 18.4.2018)

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