Pulitzer-Preis auch für Kunstkritiker Jerry Saltz

    17. April 2018, 12:52
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    In seinem ausgezeichneten Essay beschreibt der Kritiker des "New York"-Magazins, wie ihn sein Scheitern als Künstler lehrte, seinen heutigen Job zu machen

    Der Pulitzer-Preis für Kritik wurde in diesem Jahr dem leitenden Kunstkritiker des "New York"-Magazins, Jerry Saltz (67), zugesprochen. Ausgezeichnet wurde Saltz für seinen Artikel "My Life as a Failed Artist", ein im April 2017 erschienener Essay, der sein schmerzvolles Scheitern als Künstler zum Thema hat und beschreibt, wie ihn diese Erfahrung lehrte, ein Kritiker zu sein.

    Saltz habe ein "kräftiges" schreiberisches Werk geschaffen, das eine kluge und einnehmende Perspektive auf die bildende Kunst in Amerika einnehme und dabei auch das Persönliche, Politische, Unverfälschte und Profane integriere, hieß es in der Begründung des Pulitzer-Komitees bei der Verleihung an der Columbia-Universität.

    Präsenz in den sozialen Medien

    Vor seiner Tätigkeit für das "New York"-Magazin (seit 2007) war Saltz Kritiker bei "Village Voice", publiziert aber auch in diversen Kunstmagazinen wie "Art in America", "Flash Art", "Parkett" oder "Frieze". Mit seinen markigen, flotten Kritiken, Essays und Kolumnen, die die Komplexität des Kunstbetriebs auf die Ebene eines breiten Publikums herunterbrechen, und seiner außerordentlichen Präsenz in den sozialen Medien zählt Saltz heute zu den meistgelesenen Kunstkritikern.

    Protestaktion

    Jerry Saltzs Facebook- und Twitter-Nachrichten stoßen zudem oft kontroversielle Debatten an. Zuletzt protestierte er auf Twitter Ende Februar gegen die Ehre, die US-Museen Kunstmäzenen erweisen. Konkret ging es ihm um den Platz vor dem Metropolitan Museum, in New York, der nach dem Milliardär David H. Koch benannt ist. "Das ist der Platz des Metropolitan Museum, nicht Ihr Platz", schrieb er aufi Twitter. "Lasst uns unsere Museen zurückerobern. Sie können Geld spenden. Aber Sie können nicht unseren Namen kaufen." Wortmeldungen, die er mit Aktionismus garnierte: Mit Klebeband machte er aus dem "David H. Koch Plaza" den "Klimawandelleugner-Platz". Im März wiederholte er die Aktion, indem er einfach David H. Kochs Namen überklebte.

    Zu Saltz Bekanntheitswert beigetragen hat 2010 auch die – gefloppte – Reality-TV-Show "The next Great Artist", in der er als Juror auftrat. (kafe, 18.4.2018)

    • Artikelbild
      foto: ap/the pulitzer prizes
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