"Spiegel": Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere im Internet

    17. April 2018, 12:20
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    Die deutsche Bundespolizei warnt vor einem Handel mit Identitäten

    Hamburg – Flüchtlinge verkaufen einem Medienbericht zufolge im Internet zunehmend ihre deutschen Ausweise, Bank- und Krankenkassenkarten. Laut Informationen des "Spiegel" warnt die deutsche Bundespolizei in einer vertraulichen Analyse vor dem florierenden Handel mit Identitäten im Netz. "Insbesondere deutsche Reisedokumente werden in den sozialen Medien zum Verkauf angeboten", heißt es darin laut "Spiegel". Dabei handle es sich in der Regel um Papiere anerkannter Asylwerber.

    Vor allem Syrer hätten seit Ende 2016 in der Türkei mit zunehmender Häufigkeit den angeblichen Verlust ihrer europäischen Flüchtlingsdokumente in den Botschaften der EU-Staaten angezeigt, so die Behörde. Es werde vermutet, "dass die Reisedokumente verkauft oder anderweitig weitergegeben wurden". Empfänger der Papiere seien zumeist andere Syrer, die ebenfalls auf der Flucht sind und mit den Papieren Deutschland leichter erreichen können.

    554 Fälle im vergangenen Jahr

    Vor allem in Griechenland würden nach Polizeiangaben solche Dokumente gehandelt. Von dort ließen sich mit den echten Papieren ohne weitere Grenzkontrollen Flugzeuge besteigen, die nach Stockholm, Frankfurt oder Amsterdam fliegen. Laut deutschem Innenministerium stellte die Bundespolizei im vergangenen Jahr 554 Fälle fest (2016: 460), in denen echte Dokumente zur unerlaubten Einreise nach Deutschland genutzt wurden. Davon stammten 100 Dokumente aus Deutschland, 99 aus Italien und 52 aus Frankreich, gefolgt von Schweden, Griechenland und Belgien.

    In wenigen Fällen, die dem Bundeskriminalamt bekannt geworden sind, missbrauchten demnach auch Terrorverdächtige deutsche Ausweise anderer Flüchtlinge, um in die Bundesrepublik zu gelangen. Laut Innenministerium handelte es sich dabei sowohl um Syrer und Iraker, die wohl terroristischen Organisationen angehört hatten, als auch um zuvor ausgereiste Jihadisten, die nach Deutschland zurückkehrten.

    Scharfe Sanktionen gefordert

    Armin Schuster (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag, fordert scharfe Sanktionen für Betrüger. "Jeder Flüchtling, der sich an einem Passhandel beteiligt, hat sein Gastrecht verwirkt", sagte er dem "Spiegel". In diesem Fall müsse es "eine beschleunigte Form der Abschiebung geben". (red, APA, 17.4.2018)

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