Welche Daten Facebook sammelt

    Video18. April 2018, 06:00
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    Auch wer außerhalb von Facebook im Netz surft, wird erfasst. Das Unternehmen gibt nun Einblicke, was warum gesammelt wird

    Eine der Fragen, die Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei seinem Hearing vor dem US-Kongress vergangene Woche gestellt wurden, war, welche Daten Facebook überhaupt sammelt – auch außerhalb der Plattform selbst. Zuckerberg versprach, Details dazu zu liefern. Dem Versprechen ist sein Unternehmen nun nachgekommen: Es hat in einem Posting im Konzernblog aufgelistet, welche Informationen etwa aus fremden Apps und Websites gespeichert werden.

    Social Plug-ins, Facebook-Log-in und Facebook Analytics

    Facebook hat die Möglichkeit, Daten von Usern auch dann zu sammeln, während sie die Plattform nicht nutzen. Möglich ist das mit sogenannten Social Plug-ins wie etwa "Gefällt mir"- und "Teilen"-Buttons auf einer Website; mit Facebook-Log-in, das bei unterschiedlichsten Apps und Seiten erlaubt, sich mit dem Facebook-Konto einzuloggen; und mit Facebook Analytics und Facebook Ads, womit auf einer Website Werbung ausgespielt werden kann, die durch Daten, die Facebook bekannt sind, personalisiert ist.

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    Nach einer Reihe von Skandalen will es Facebook Nutzerinnen und Nutzern leichter machen, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen. Das STANDARD-Video zeigt Ihnen wie.

    Aber auch wenn man eine Website besucht, ohne in dem jeweiligen Browser in Facebook eingeloggt zu sein, speichert Facebook laut eigenen Angaben Daten: Besucht man eine Website, die solche von Facebook bereitgestellten Features anbietet, bekommt das soziale Netzwerk Informationen über den genutzten Browser, die IP-Adresse und das genutzte Betriebssystem sowie Informationen aus Cookies – und natürlich darüber, welche App oder welche Website überhaupt aufgerufen wird.

    Welche Daten werden konkret bei den jeweiligen Features gesammelt?

    Social Plug-ins und Facebook Log-in: Facebook gibt an, dass hier die IP-Adresse und das genutzte Betriebssystem weitergegeben werden. Das seien notwendige Informationen, damit die Features funktionieren können. Ein Beispiel sei, dass der "Gefällt mir"-Button erst durch die IP-Adresse in der richtigen Sprache angezeigt werden kann. Cookies sollen dabei helfen, herauszufinden, ob man eingeloggt ist, damit Inhalte geteilt oder gelikt werden können.

    Facebook Analytics: Das Feature gibt Website- und App-Betreibern Daten darüber, wie ihre Inhalte genutzt werden, erklärt das Unternehmen. IP-Adressen informieren darüber, in welchem Land eine App genutzt wird, Cookies würden dabei helfen, herauszufinden, wie viele Unique Visitors die Seite oder das Programm nutzen. Aber auch detaillierte Informationen werden weitergereicht, etwa demografische Angaben zu Alter und Geschlecht.

    Werbung: Website-Betreiber können mithilfe des Facebook Audience Network Werbung schalten, die auch sonst auf der Plattform gezeigt werden würde – hat man also ein Profil, ist sie entsprechend personalisiert. Hierfür werden Cookies und Geräte identifiziert. Dabei merkt Facebook indirekt auch an, dass genau gesammelt wird, welche Website oder App genutzt wird: So wird beispielsweise auch Werbung für die Facebook-Seite der jeweiligen Unternehmen, deren Website man besucht oder genutzt hat, oder ähnlicher Firmen geschaltet. Ist man nicht eingeloggt und gibt es keine Anzeichen dafür, dass man ein Profil hat, kann es sein, dass man Werbung dafür erhält, sich auf der Plattform zu registrieren.

    Messung von Werbung: Mit dem Facebook-Werbepixel ist es für Website-Betreiber möglich, zu messen, wie oft ihre Werbung geklickt wird. Persönliche Informationen würden nicht gespeichert, verspricht Facebook.

    Was kann ich tun?

    Facebook-Nutzer können einstellen, ob sie personalisierte Werbung erhalten wollen, die darauf basiert, welche Websites und Apps sie genutzt haben. Außerdem können sie einstellen, ob sie auf solchen Seiten personalisierte Werbung von Facebook erhalten wollen.

    Um Facebooks Datensammlung auf Websites Dritter auf ein Minimum zu beschränken, empfiehlt es sich, die Facebook-Nutzung und das allgemeine Surfen im Netz voneinander zu trennen. Eine Möglichkeit, das zu tun, bietet eine neue Browser-Erweiterung von Mozilla für Firefox-Nutzer. Diese isoliert die Facebook-Identität in einen eigenen Container, wodurch die Nachverfolgung für die Plattform erschwert wird. Auch sonst ist es empfehlenswert, sich auf Plattformen von Dritten, beispielsweise Spotify oder Soundcloud, nicht mit dem Facebook-Log-in zu registrieren, sofern man diese Daten nicht weitergeben möchte. (muz, 17.4.2018)

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      Facebook sammelt eine Fülle an Daten – auch außerhalb der Plattform selbst.

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