Immer mehr Internetnutzer leugnen Existenz von Australien

    16. April 2018, 16:53
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    Bereits seit den Anfangstagen des World Wide Web verbreiten sich Verschwörungstheorien rund um "Fake-Orte"

    Hunderttausende Internetnutzer haben in den vergangenen Tagen eine Theorie über den "Australien-Hoax" gelesen. Der Kontinent soll gar nicht existieren, behaupteten seit Jahren Verschwörungstheoretiker im Netz. Eine Facebook-Userin namens Shelley Floryd hat nun "Fakten" gesucht und ihre bizarre Recherche auf dem sozialen Netzwerk verbreitet. Sie schreibt darin, dass Australien eine Erfindung der Briten sei, die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts behaupteten, Häftlinge dorthin zu schicken, diese aber tatsächlich exekutierten.

    "Vertuschungsaktion"

    Seit damals sei eine "riesige Vertuschungsaktion" in Gang, um die Illusion von Australien weiter aufrecht zu erhalten, so Floryd. Australier seien "Schauspieler oder Bots", Flugpiloten würden Inseln nahe Südamerika ansteuern. Das Posting hat zehntausende überwiegend wütende Kommentare gesammelt, vor allem von Australiern.

    Uraltes Meme

    Wie der Guardian analysiert, sind derartige Theorien aber nicht neu. Schon in den Urzeiten des World Wide Webs scherzten deutsche Nutzer, dass Bielefeld eine Erfindung der CIA sei. Das Meme breitete sich global aus. Später kam etwa Finnland an die Reihe; auch innerhalb eines Landes behaupten Nutzer immer wieder, gefälschte Regionen aufgestöbert zu haben. In Brasilien wird etwa gescherzt, dass der Bundesstaat Acre nicht exisiert; in Italien geht es um die Region Molise.

    Satire oder Ernst?

    Die Grenze zwischen Satire und Verschwörungstheorie ist dabei nicht immer leicht zu erkennen. Einige dieser Theorien werden auch von der sogenannten Reichsbürger-Szene aufgenommen, die das Existenzrecht ihres Staates nicht anerkennt (Stichwort Deutschland GmbH). (red, 16.4.2018)

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      foto: getty/walton
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