Frauentorso im Neusiedler See: Suche nach weiteren Körperteilen

    16. April 2018, 14:07
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    Leichenspürhunde im Einsatz – Ermittlungen vorerst weiter in alle Richtungen

    Rust – Seit dem Fund eines weiblichen Torsos Freitagvormittag sowie später auch eines Kopfes im Neusiedler See wird im Burgenland mit Hochdruck ermittelt. "Wir suchen insbesondere die Extremitäten", sagte Roland Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, am Montag zur APA.

    Die Polizeikräfte werden dabei auch von der Feuerwehr unterstützt, die mit einem Sonargerät im Einsatz ist, teilte Roland Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, auf APA-Anfrage mit.

    Feuerwehr mit Side Scan Sonar ausgestattet

    Auf Booten fuhren Leichenspürhunde mit. Die Vierbeiner sind darauf trainiert, Geruchsstoffe wahrzunehmen, die bei der Verwesung freigegeben werden. "Die Cobra-Taucher suchen nicht mehr", sagte Koch. Einsatzgebiet für die Kräfte sei "die Ruster Bucht im weiteren Sinne".

    Die Feuerwehr Rust ist mit einem Boot und einem vor rund zwei Jahren angeschafften Side Scan Sonar ausgestattet, erläuterte Stadtfeuerwehrkommandant Harald Freiler. Das etwa 4.000 Euro teure Gerät sei speziell für Flachwasser geeignet und wird am Boot mitgeführt, um im Einsatzfall rasch zur Stelle zu sein.

    Wasser wird gescannt

    Das Sonar solle vor allem dazu dienen, Menschen, die zu ertrinken drohen, schnellstmöglich unter Wasser aufspüren und noch rechtzeitig bergen zu können. Aber auch Gegenstände wie Kriegsrelikte ließen sich damit finden. Es könne auch abgebaut und zu anderen Einsatzorten im Burgenland transportiert werden.

    "Wir scannen das Wasser und das Bodenprofil", beschrieb Freiler die allgemeine Vorgangsweise bei einem Einsatz. Das Ergebnis ist auf einem Bildschirm zu beobachten. "Wir können dann sehen, ob sich Gegenstände im Wasser befinden oder nicht", sagte der Feuerwehrkommandant.

    "Die Auffindungssituation ist durchaus ungewöhnlich und herausfordernd", beschrieb Koch die sich den Ermittlern bietende Situation. Es werde in alle Richtungen untersucht, "natürlich auch in Richtung eines Gewaltverbrechens". Allerdings: "Todesursachen zum jetzigen Zeitpunkt auszuschließen, wäre unseriös."

    Obduktion angeordnet

    Dass, wie der "Kurier" berichtete, der Kopf und fehlende Extremitäten mit einem "klaren Schnitt" abgetrennt worden seien, stimme augenscheinlich. "Es ist aber nur ein Teilergebnis einer Leichenbeschau." Daraus Schlüsse zu ziehen, obliege der gerichtsmedizinischen Sachverständigen. Eine Obduktion wurde bereits angeordnet.

    Auch darüber, wie lange sich die Leichenteile im See befunden hatten, könne man noch keine genaue Aussage treffen. Jedoch seien es "sicher nicht wenige Stunden oder Tage", sondern ein längerer Zeitraum gewesen.

    Identität unklar

    "Wir gehen davon aus, dass man die Identität klären kann", sagte Koch. Diesbezüglich seien eine Reihe von Gutachten in die Wege geleitet worden. Möglichkeiten, diese festzustellen, ergäben sich etwa durch eine DNA-Untersuchung. Jedoch müsse dazu erst ein Anhaltspunkt gegeben sein und Vergleichsmaterial zur Verfügung stehen.

    Die Polizei habe die österreichischen Abgängigkeitslisten schon am Wochenende durchgeschaut. Bisher gebe es keinen Treffer. Möglich sei aber auch, dass die Leiche aus dem benachbarten Ausland stamme. (APA, 16.4.2017)

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