Krebsfall in der Familie: Angehörige tun mehr für eigene Gesundheit

    16. April 2018, 13:22
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    Ist ein Mensch an Krebs erkrankt, steigt in seiner Familie die Motivation für mehr Sport oder dafür, mit dem Rauchen aufzuhören

    Wer eine Krebserkrankung in der eigenen Familie erlebt, tut mehr für die eigene Gesundheit. Das bestätigt eine nun veröffentlichte Untersuchung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen in Deutschland.

    "Verwandte von Krebspatienten zeigten sich besonders motiviert, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben, mehr Obst und Gemüse zu essen und weniger Alkohol zu trinken – vor allem diejenigen, die sich ihres erhöhten Krebsrisikos bewusst waren", erklärt Studienautorin Ulrike Haug.

    Für die Analyse wurden rund 1.000 Deutsche befragt, darunter 700 mit einem Krebskranken im engsten Familienkreis und 300 Menschen ohne solche Fälle in der Familie. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung des eigenen Krebsrisikos.

    Deutliche Unterschiede

    So schätzten lediglich vier Prozent der Befragten ohne Krebsfall in der näheren Verwandtschaft ihr Krebsrisiko als erhöht ein, während es bei denjenigen mit Krebs in der Familie 22 Prozent waren. Zudem gab es bei der Risikoeinschätzung je nach Krebsart deutliche Unterschiede. So gingen bei Darmkrebs in der Familie 18 Prozent und bei Magenkrebs sogar 30 Prozent von einem erhöhten eigenen Risiko aus.

    Menschen mit höherer Risikowahrnehmung zeigten darüber hinaus deutlich mehr Bereitschaft, bestimmte Lebensstilfaktoren zu ändern. So waren fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Raucher mit erhöhter Risikowahrnehmung bereit, das Rauchen aufzugeben – gegenüber 46 Prozent bei Rauchern, die ihr Krebsrisiko als niedrig einschätzten. Ähnliche Verhältnisse zeigten sich bei der Motivation, mehr Sport zu treiben (65 zu 50 Prozent), mehr Obst und Gemüse zu essen (77 gegenüber 56 Prozent) und weniger Alkohol zu konsumieren (44 zu 26 Prozent).

    Großes Beratungs-Potenzial

    Gerade bei nahen Verwandten von Krebspatienten ist den Experten zufolge Krebsprävention besonders wichtig, weil unter anderem aufgrund genetischer Faktoren ihr eigenes Erkrankungsrisiko erhöht ist. Haug sieht "ein großes Potenzial für die Präventionsberatung", das zum Beispiel durch Ärzte genutzt werden könne, um Menschen zu einem gesünderen Lebensstil zu verhelfen. (APA, 16.4.2018)

    • Gab es einen Krebsfall in der Familie, schätzen Angehörige ihr Erkrankungsrisiko als erhöht ein – und sie tun etwas, um gegenzuwirken.
      foto: apa/dpa/lukas schulze

      Gab es einen Krebsfall in der Familie, schätzen Angehörige ihr Erkrankungsrisiko als erhöht ein – und sie tun etwas, um gegenzuwirken.

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