Deutsche Bank muss Investmentbanking-Ausstieg durchrechnen

16. April 2018, 08:00
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Einem Insider zufolge soll die Berechnung auf Geheiß der EZB-Aufsicht passieren. Ein Zusammenhang mit dem Chefwechsel bestehe jedoch nicht

Frankfurt – Die Deutsche Bank muss einem Insider zufolge auf Anweisung der EZB-Bankenaufsicht durchrechnen, was die Abwicklung des Investmentbanking kosten würde. Die Berechnungen liefen schon seit einiger Zeit und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Chefwechsel bei Deutschlands größtem Geldhaus, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Die Deutsche Bank solle simulieren, wie sich der Wert des Kapitalmarkt- und Derivategeschäfts entwickelt, wenn sie als zahlungsfähiges Institut das Neugeschäft plötzlich einstellt. Es gehe also nicht um eine Abwicklung im Fall einer Pleite, die deutlich aufwendiger wäre.

Die Deutsche Bank erklärte, sie berechne "für Regulatoren routinemäßig die Konsequenzen einer geordneten Abwicklung von Positionen in unseren Handelsbüchern". Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Anweisung Bankenaufsicht

Laut der "Süddeutschen Zeitung", die zuerst über die Anweisung der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) berichtete, ist es das erste Mal, dass die Aufsichtsbehörde von eine Großbank eine solche Simulation fordert. Später sollten weitere Geldhäuser folgen.

Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern von der Deutschen Bank gezielte Schnitte im Investmentbanking und den Rückzug aus nicht profitablen Geschäftsfeldern. Das Geldhaus hat in dem Bereich weitere Marktanteile verloren – nicht zuletzt in den USA. Der neue alleinige Investmentbanking-Chef der Bank, Garth Ritchie, erklärte dagegen vor wenigen Tagen, er plane vorerst keine radikalen Schnitte bei der Sparte. (Reuters, 16.4.2018)

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