Diplomatischer Drahtseilakt um Einladung des österreichischen Botschafters in die Knesset

    15. April 2018, 21:51
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    Israelisches Außenministerium befürchtet, dass die Beziehungen zu Österreich bei einer hitzigen Debatten Schaden nehmen könnten

    Österreich steht auf der Tagesordnung der Knesset: Im Parlamentsausschuss für äußere Angelegenheiten soll Israels Boykott der FPÖ am Montag Thema sein. Israels Außenministerium hatte jedoch Einwände den österreichischen Botschafter in Israel, Martin Weiss, im Namen des Ausschusses dazu einzuladen, berichtet die "Haaretz".

    Laut israelischen Abgeordneten befürchtet das israelische Außenministerium, dass die fragilen Beziehungen zwischen Israel und Österreich Schaden nehmen könnten, sollte die Debatte im Ausschuss zu hitzig werden.

    Trotz der Einwände des israelischen Außenamts, wird Weiss laut eigenen Angaben am Montag dennoch anwesend sein. Der Abgeordnete Amir Peretz, Mitglied des Ausschusses, hat Weiss eingeladen. Der Botschafter hat die Einladung angenommen und wird voraussichtlich an der Sitzung teilnehmen, wie er auf Twitter mitteilte.

    Seit der Regierungsbeteiligung der FPÖ sind die ohnehin fragilen Beziehungen der beiden Länder erneut belastet. Israel hatte nach der Regierungsbildung vergangenes Jahr angekündigt, dass man vorerst nur "berufliche Kontakte zu den Beamten in den Ministerien, in denen ein FPÖ-Minister an der Spitze steht", haben werde. Gleichzeitig betont man aber die "guten Beziehungen" zu Bundeskanzler Sebastian Kurz.

    Die Politik der Regierung Israels war bisher, dass sie keine offiziellen Kontakte zur FPÖ pflegt. Als die erste schwarz-blaue Regierung im Jahr 2000 antrat, wurde der israelische Botschafter aus Protest gegen die FPÖ-Regierungsbeteiligung abgezogen. (red, 15.4.2018)

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