Irans Zeitungen sehen Militärschlag als gescheitert an

    15. April 2018, 17:30
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    Wenig überraschend kommentiert die Teheraner Presse die Luftschläge negativ. Präsident Rohani

    Teheran/Wien – Im Iran, einem Verbündeten des syrischen Assad-Regimes, wird der Militärschlag der westlichen Allianz gegen Damaskus wenig überraschend einhellig negativ kommentiert.

    "Viel Krach um nichts", schreibt die konservative Zeitung "Keyhan" . Bei einer religiösen Veranstaltung am Samstag bezeichnet der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, die Angriffe als "Verbrechen" und "ohne jeden Einfluss auf die weitere Situation in Syrien".

    Das staatliche Fernsehen zeigte Sympathiekundgebungen für den Iran in Syrien und Demonstranten in Damaskus mit iranischen und russischen Fahne. Ein Berichterstatter meint, der Angriff habe nur wenig Spuren hinterlassen.

    Wegen eines Feiertages am Samstag schrieben die Zeitungen in ihren Printausgaben erst am Sonntag über die dramatischen Ereignisse in Syrien. Fast alle sind der Meinung, dass der Angriff harmloser gewesen sei als man befürchtet und Freunde der USA in der Region erwartet hätten.

    "Javan", ein Blatt, das den Revolutionsgarden nahe steht, meint in einem Kommentar, dass die Angriffe die Freunde der USA in der Region sehr enttäuscht habe, allen voran Saudi-Arabien, das mehr als nur einen kleinen mitternächtlichen Angriff erhofft habe.

    "Keyhan" und "Javan" meinen ebenso dass die meisten Raketen, bevor sie Unheil einrichten konnten, von der syrischen Abwehr in der Luft vernichtet wurden. Sie beziehen sich auf syrische Berichte.

    "Syrien von Terroristen säubern"

    Zwei Tage zuvor erst hatte der frühere iranische Außenminister und jetzige Berater des religiösen Führers, Aliakbar Velayati, Syrien besucht. In Gespräch mit Präsident Bashar al-Assad bekräftigte er die weitere Unterstützung Syriens durch den Iran, um, wie er betonte, "Syrien von Terroristen zu säubern".

    Präsident Hassan Rohani selbst hat die Angriffe verurteilt. Ohne eine Mandat der Uno, so der Präsident, sind solche Angriffe nichts als Aggression gegen einen souveränen Staat.

    Erst vor einer Woche wurde bekannt, dass bei mehreren Angriffe auf Stellungen in der nähe von Damaskus sieben Iraner ums Leben gekommen sind.

    Der Iran bezeichnet die iranischen Kämpfer in Syrien als "freiwillige Verteidiger der heiligen Schreine" und nicht als Mitglieder der Revolution Garde. (Amir Loghmany, 16.4.2018)

    • Velayati (li.) und Assad bei Besprechungen in Damaskus.
      foto: sana via ap

      Velayati (li.) und Assad bei Besprechungen in Damaskus.

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