Verkehrsdelikte im Ausland oft teurer als in Österreich

    13. April 2018, 13:18
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    Laut einer Übersicht des ÖAMTC unterscheiden sich die Bußgelder im Ländervergleich deutlich. In manchen Ländern sind auch Haftstrafen möglich

    Europa-weit/Wien – Die Strafen für Autofahrer werden immer höher. In Deutschland stieg die Gebühr für das Telefonieren im Auto von 60 auf 100 Euro, darüber informierte der ÖAMTC in einer Aussendung am Freitag. Das gleiche Delikt kostet auch nicht überall dasselbe. Wer in Ungarn alkoholisiert am Steuer erwischt wird, muss bis zu 970 Euro Strafe zahlen. In Italien droht Alkolenkern sogar die Enteignung des Autos.

    "Wer demnächst eine Autoreise ins europäische Ausland plant, ist gut beraten, sich vorab über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen zu informieren", sagte ÖAMTC-Touristikerin Kristina Tauer. Große Unterschiede gibt es in allen Bereichen, auch bei zu schnellem Fahren. Während 20 km/h zu schnell in Litauen nur zwölf Euro kosten können, sind in Norwegen mindestens 375 Euro fällig. Wer mehr als 50 km/h schneller als erlaubt fährt, muss in Frankreich 1.500 Euro zahlen. In der Schweiz ist die Strafe abhängig vom eigenen Einkommen und kostet 60 Tagessätze.

    Rabatte bei Barzahlung

    Enteignungen sind für Alkolenker in Italien möglich. Ab 1,5 Promille im Blut kann das eigene Auto in den Staatsbesitz übergehen. In Großbritannien drohen Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten und eine nach oben unbegrenzte Geldstrafe. "Generell drohen drastische Folgen bei Fahrten unter Alkoholeinfluss", sagte Tauer. Große Unterschiede gibt es auch bei den Promillegrenzen. Während unter anderem in Tschechien 0,0 Promille als Grenzwert gilt, sind auf Malta und Großbritannien (außer in Schottland) bis zu 0,8 Promille erlaubt.

    Wer erwischt wird, sollte zumindest ausreichend Bargeld dabei haben. In manchen Ländern werden bei sofortiger Bezahlung erhebliche Rabatte gewährt. So wird zum Beispiel in Spanien bei Bezahlung der Strafe innerhalb von 20 Tagen nur der halbe Betrag fällig. In Italien ist ein Nachlass von 30 Prozent bei Begleichung binnen fünf Tagen ab Zustellung möglich. Wird die Strafe hingegen nicht binnen 60 Tagen bezahlt, verdoppelt sich der Betrag.

    Beglichen werden muss aber in jedem Fall, denn offene Strafen aus dem EU-Ausland können auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden. Auch bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland ist die Einforderung der Strafe möglich. (APA, 13.4.2018)

    • Wer demnächst eine Autoreise ins europäische Ausland plant, ist gut beraten, sich vorab über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen zu informieren.
      foto: apa/dpa/jochen lübke

      Wer demnächst eine Autoreise ins europäische Ausland plant, ist gut beraten, sich vorab über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen zu informieren.

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