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    "Der Kampf um Spezialisten erfordert schnelles Handeln!"

    16. April 2018, 14:29

    Der Fachkräftemangel ist kein Mythos, sondern knallharte Realität – sagt einer, der es wissen muss: Mark Frost ist Geschäftsführer des international tätigen Personaldienstleistungsunternehmens Hays.

    Wie man im "War of Talents" Oberwasser behält, die besten Kandidaten für sich gewinnt und warum gerade jetzt Schnelligkeit zählt, verrät der Recruiting-Experte im Gespräch.

    Wie beurteilen Sie das Thema Fachkräftemangel aus Expertensicht: Gibt es den Mangel an Fachkräften in Österreich oder handelt es sich schlichtweg um einen weit verbreiteten Mythos?

    Mark Frost: Nein, der Fachkräftemangel ist kein Mythos. Unsere tägliche Arbeit zeigt, dass er knallharte Realität ist. Wir haben folgende Situation auf dem Jobmarkt: Es gibt zu viele offene Positionen und zu wenige Fachkräfte. Hochqualifizierte Bewerber können aus einer großen Zahl an Jobangeboten auswählen, Unternehmen müssen um die besten Mitarbeiter kämpfen. Gerade in einem kleinen Land wie Österreich haben wir ein beinahe in sich geschlossenes System mit einer begrenzten Anzahl an Kandidaten, aber gleichzeitig immer mehr und neue Tätigkeitsfelder, etwa im Bereich IT, Engineering oder Life Sciences. Der Bedarf von Unternehmensseite übersteigt die vorhandene Zahl an Kandidaten bei Weitem! Lösungsmöglichkeiten finden Unternehmen in der Aufnahme von Mitarbeitern aus dem Ausland oder beispielsweise auch in der Kooperation mit Fachhochschulen und Universitäten, von wo aus top-ausgebildete Kandidaten rekrutiert werden können.

    Immer wieder berichten die Medien, dass besonders IT-Spezialisten von Unternehmen händeringend gesucht werden. Woher kommt der steigende Bedarf? Und warum haben wir zu wenige IT-Experten im Land?

    Frost: Die Antwort ist eigentlich simpel: Der Bedarf an IT-Experten wächst im Zeitalter der Digitalisierung schneller als die Zahl der Spezialisten. Wenn wir uns die Ausbildung in Österreich ansehen, dann bin ich der Meinung, dass bereits viel gemacht wird: die Höheren Technischen Lehranstalten, die Fachhochschulen und Universitäten bilden Spezialisten auf sehr hohem Niveau aus. Aber ja: Man könnte noch früher, bereits in den Schulen, beginnen, die IT-Affinität der jungen Menschen stärker zu fördern. Weiters ist gerade bei IT-Experten ein gewisses Maß an Know-how-Flucht festzustellen: Sie gehen gerne in Länder, wo sie mehr Geld verdienen können und für ihre Skills besser bezahlt werden. Besonders Freiberufler und junge IT-Spezialisten sind recht flexibel, was den Arbeitsort oder auch das Land, in dem sie tätig sind, betrifft. Spätestens aber wenn eine Festanstellung im Raum steht, bleiben Österreicher gerne im Land. Sie sind sehr heimatverbunden, was angesichts der vielen Möglichkeiten und der hohen Work-Life-Balance verständlich ist.

    Gibt es aus Ihrer Sicht Lösungen für das Problem des Fachkräftemangels?

    Frost: Hier sehe ich die Politik in der Handlungsverantwortung. Es müssten dringend notwendige politische Entscheidungen getroffen werden, die es Personen aus dem Ausland einfacher machen, in Österreich arbeiten zu können. Für Bürger aus dem EWR-Raum ist es zwar einfach, aber das Gehalt lockt nicht immer, um für Unternehmen in Österreich tätig zu werden. Für Bürger, die nicht aus den EWR-Staaten kommen, macht das Einholen der erforderlichen Arbeitsgenehmigungen den Such- und Besetzungsprozess mühsam und unattraktiv – und dann erschweren die Behörden, die bis zum Schluss ihr Veto einlegen können, die Arbeitssuche zusätzlich. Österreich ist sehr unbeweglich was das betrifft.

    Weiters wird in Österreich vorausgesetzt, dass Bewerber Deutsch sprechen. In der Schweiz hingegen, einem Land, das Österreich in Sachen Lage und Populationszahl ähnlich ist, ist die Arbeitssprache in den Firmen, gerade in technischen Bereichen, häufig Englisch. Die Menschen sind es durch das multilinguale Umfeld auch einfach gewohnt, dass die Kollegen viele unterschiedliche Sprachen sprechen. Wenn österreichische Firmen ausschließlich deutschsprachige Mitarbeiter wollen, ist der Markt begrenzt: Die Schweiz und Deutschland haben selbst gut Leute, die nicht unbedingt wechseln wollen. Und junge Leute aus dem CEE-Raum lernen in der Schule heutzutage meist Englisch und nicht mehr Deutsch.

    Welche Tipps halten Sie für Unternehmen, die hochqualifizierte Mitarbeiter suchen, bereit? Besonders dann, wenn Fachkräfte rasch gefunden werden müssen…

    Frost: Wir stellen unseren Kunden zu Beginn viele Fragen, um sie bestmöglich kennenzulernen und zu verstehen, was ihre Bedürfnisse sind: Was brauchen sie – und warum? Wenn es besonders schnell gehen muss: Warum spielt Zeit eine Rolle? Geht es um eine projektbezogene, vorübergehend zu besetzende Stelle, um ein rasches Überlassen von Arbeitskräften, um einen Dienstleistungsvertrag mit Freiberuflern oder um einen Spezialisten, der im Unternehmen angestellt werden soll? Und dann versuchen wir, den Unternehmen die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt zu erklären. Wir befinden uns nämlich in einem "War of Talents". Das Unternehmen, das am schnellsten reagiert, gewinnt – und da zählt gar nicht immer der tolle Name einer Firma. Spezialisten haben eine kurze Halbwertszeit auf dem Markt – und rasch ist ein Arbeitsvertrag beim Mitbewerb unterschrieben. Das bedeutet auch, dass ein Unternehmen über seine Attraktivität nachdenken muss, die es für potenzielle Mitarbeiter hat, und seinen internen Rekrutierungsprozess kurz halten sollte. Talente lässt man nicht warten. Sie sind sonst weg.

    Eine abschließende Frage: Was macht Unternehmen, durch Bewerberaugen betrachtet, attraktiv?

    Das ist ganz individuell. So einzigartig, wie jeder Bewerber ist, so einzigartig sind seine Beweggründe und die Motivationsfaktoren, auf die er anspringt. Während ein junger Bewerber eine hohe Work-Life-Balance schätzt, ist für einen älteren eventuell die Sicherheit eines renommierten Unternehmens mit großem Namen reizvoll. Ein dritter Kandidat entscheidet sich vielleicht sogar für das schlechtere Package und das unbekanntere Unternehmen, dafür aber für eine Firma, in der sich die Technik auf dem neuesten Stand befindet. Wir sprechen mit jedem Kandidaten und erstellen ein differenziertes Profil. Passt der eine Job nicht, kommt ein paar Wochen später mit Sicherheit eine Anfrage, bei der Unternehmen und Kandidat matchen. Was wir als Personaldienstleister vor allem wollen: die Menschen verstehen, ihre Bedürfnisse erkennen und sie entsprechend motivieren. Wir suchen den besten Kandidaten für das jeweilige Unternehmen und den besten Job für den jeweiligen Bewerber.

    • Mark Frost, Geschäftsführer Hays Österreich
      foto: hays

      Mark Frost, Geschäftsführer Hays Österreich

    • Gerade bei IT-Experten ist ein gewisses Maß an Know-how-Flucht festzustellen: Sie gehen gerne in Länder, wo sie mehr Geld verdienen können und für ihre Skills besser bezahlt werden.
      foto: 123rf.com / dotshock

      Gerade bei IT-Experten ist ein gewisses Maß an Know-how-Flucht festzustellen: Sie gehen gerne in Länder, wo sie mehr Geld verdienen können und für ihre Skills besser bezahlt werden.

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