Netflix-Remake "Lost in Space": Familienaufstellung im Jahr 2046

    13. April 2018, 08:55
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    Netflix setzt beim Remake der Kultserie aus den 1960er-Jahren auf Action und symphonisches Dauerschmettern

    Wien – Erziehungsratgeber sind sich einig: Gemeinsames Spielen von Eltern und Kindern tut dem Familienleben gut. Im Falle der Robinsons ist das nicht und doch sehr viel anders. Wenn Vater, Mutter, Kinder gemütlich Karten spielen und plötzlich von außen das Signalhorn summt, ist Schluss mit Idylle: Helm auf, Körperspannung an, weil 30 Sekunden und ein großes Rums später fliegen der lieben Familie die Feuerbälle um die Ohren, und kurz darauf sind sie, wie der Titel sagt, Lost in Space, ab Freitag auf Netflix abrufbar.

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    Die zehn Folgen sind ein Remake der gleichnamigen Kultserie aus dem Jahr 1960, als schon einmal ein Raumschiff namens Jupiter 2 mit einer Familie namens Robinson verlorenging. Dieses Mal schreiben wir das Jahr 2046, das Familienbild hat sich geändert, die Robinsons tragen keine pastellbunten Strumpfhosen und Rollkragenpullover, sind auch nicht mehr intakte Sippe mit dem Vater als unumstrittenem Anführer. Der technische Aufwand steht sowieso in keiner Relation mehr zu den 83 Urfolgen. 1998 gingen William Hurt, Matt LeBlanc und Gary Oldman außerdem in einem Kinofilm verloren.

    foto: netflix

    Alten Film- und Serienstoff neu aufzuwalzen ist seit geraumer Zeit beliebte Kreativpraktik, besonders von Streamingplattformen. Mit neuen Computertechnologien wird auch Lost in Space zum familientauglichen Schauerlebnis, bei dem restlos alle Beteiligten permanent in brenzlige Situationen geraten und daraus gerettet werden müssen: Allein in der ersten Folge umfasst das unter anderem eine Notoperation, einen Alienkontakt, einen drohenden Erfrierungstod und Flucht aus lodernder Feuersbrunst, umrahmt von schmetternden symphonischen Hymnen, auf die sogar Indiana Jones neidisch werden könnte.

    So sind Vater John (Toby Stephens), Mutter Maureen (Molly Parker) und die Kinder Judy (Taylor Russell), Penny (Mina Sundwall) und Will (Maxwell Jenkins) ständig in Bewegung und im Überlebenskampf. Dass der schwierig bleibt, dafür sorgt der – dieses Mal weibliche – Bösewicht Dr. Smith, gespielt von Parker Posey. Moderne Zeiten. (Doris Priesching, 13.4.2018)

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