USA: Lehrer werden mit Baseballschlägern, Schüler mit Steinen bewaffnet

Video12. April 2018, 10:54
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Ungewöhnliche Waffen sollen im Fall eines Angriffs der "letzte Ausweg" sein. Kritik kommt aus sozialen Medien

Etwa 470 Lehrer arbeiten im Schulbezirk Millcreek Township im US-Bundesstaat Pennsylvania. Seit 2. April haben sie nicht nur den Beruf gemeinsam, sondern auch einen rund 45 Zentimeter langen Baseballschläger. Mit Sportaktivitäten hat das aber nichts zu tun, der Schläger soll im Fall eines Angriffs auf die Schule zum Einsatz kommen.

Der Leiter der Schulbehörde von Millcreek, William Hall, erklärte bei der Präsentation am Mittwoch, die Baseballschläger seien "symbolisch" zu sehen. Gleichzeitig seien sie aber auch eine Art "letzter Ausweg", denn, so Hall, "wir leben leider in Zeiten, in denen jemand so etwas benötigen könnte, um sich und seine Schüler zu verteidigen".

Trump will Lehrer bewaffnen

Seit dem Schulmassaker in Parkland, Florida, bei dem Mitte Februar 17 Menschen getötet wurden, wird in den USA breit darüber diskutiert, wie man solche Angriffe vermeiden oder besser abwehren kann. Während unter anderem eine große Schülerbewegung schärfere Waffengesetze fordert, hat sich US-Präsident Donald Trump dafür starkgemacht, auch Lehrer zu bewaffnen.

Gegen diesen Vorstoß regt sich allerdings Widerstand, alternativ dazu kommt es nun etwa zur Verteilung von Baseballschlägern. Insgesamt 600 Stück zum Preis von jeweils drei Dollar wurden angeschafft. Natürlich, erklärte Hall, könne man damit gegen einen Angreifer mit halbautomatischer Waffe nicht viel ausrichten. Doch sei es besser als nichts. Sich zu wehren werde damit zu einer Option.

Häme in sozialen Medien

In sozialen Medien kam diese Maßnahme nicht gut an. Ein User fragte, ob das ein verspäteter Aprilscherz sei. Ein anderer gratulierte dem Schulbezirk, dass der nun zur Lachnummer des ganzen Landes geworden sei.

Flusssteine für Schüler

In Pennsylvania kam es schon im März zu einer ähnlichen Aktion, die Gespött hervorrief. Im Schulbezirk Blue Mountain wurden einige Schulen mit Kübeln voller Flusssteine ausgerüstet. Schulbehördenleiter David Helsel sprach auch hier von einem "letzten Ausweg".

wnep-tv
David Helsel erklärt dem Sender WNEP-TV, wieso Schüler mit Steinen bewaffnet werden.

Vor Abgeordneten des Parlaments von Pennsylvania erklärte er am 15. März: "Wenn ein bewaffneter Angreifer in ein Klassenzimmer eindringen will, bekommt er es mit einer ganzen Klasse zu tun, die mit Steinen bewaffnet wird. Der Angreifer wird dann gesteinigt." Flusssteine seien seine Idee gewesen, so Helsel. Er habe gedacht, das sei effizienter, als mit Büchern oder Schultaschen zu werfen. (red, 12.4.2018)

  • In einem Schulbezirk von Pennsylvania wurden nun Baseballschläger an die Lehrer verteilt. (Symbolbild)
    foto: afp/william edwards

    In einem Schulbezirk von Pennsylvania wurden nun Baseballschläger an die Lehrer verteilt. (Symbolbild)

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