Wiens bisher größtes Radwegprojekt wird in Favoriten umgesetzt

    12. April 2018, 07:33
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    Drei Kilometer vom Reumannplatz zur Stadtgrenze – 4,6 Millionen Euro werden heuer in Fußgänger- und Radverkehr investiert

    Wien – Wien errichtet eine neue Fahrradstrecke zwischen dem Reumannplatz und der Stadtgrenze. Der rund drei Kilometer lange Abschnitt in Favoriten ist das bisher größte Radwegprojekt Wiens, wie Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) der APA mitteilte. Doch auch in anderen Bezirken stehen Bauaktivitäten für den Drahtesel- und Fußgängerverkehr bevor.

    Insgesamt werden rund 4,6 Mio. Euro investiert, wobei Favoriten davon wohl den Löwenanteil verbuchen darf. Die neue Langstrecke dort besteht aus Einrichtungsfahrbahnen auf jeder Seite. Ab Ende 2018 sollen die beiden jeweils rund drei Meter breiten Wege benutzbar sein. Sie erschließen etwa die Per-Albin-Hansson-Siedlung oder auch die Fachhochschule Wien am Verteilerkreis. Gleichzeitig wird der bestehende Radweg in der Kennergasse bis zur Favoritenstraße verlängert.

    Weitere Maßnahmen im 8., 14. und 15. Bezirk

    Im 8. Bezirk können Radnutzer künftig in der Florianigasse von der Skodagasse bis zur Wickenburggasse in beide Richtungen fahren – also auch gegen die Einbahn. Errichtet wird eine 700 Meter lange Verbindung. Auch der Lückenschluss zwischen Wickenburggasse und 2er-Linie ist bereits projektiert. Allerdings wird dieses Vorhaben erst nach dem bevorstehenden U-Bahn-Bau beim Rathaus umgesetzt.

    Ausgebaut wird weiters auch die Radtauglichkeit der Goldschlaggasse im 14. und 15. Bezirk. Auf einem Abschnitt wird hier ebenfalls das Radeln gegen die Einbahn erlaubt. Auch der Bike-Streifen in der Gersthofer Straße im 18. Bezirk wird verlängert.

    Die Arbeiten an der Fahrradstraße Kuchelauer Hafen werden heuer finalisiert. Völlig neu ist zudem ein Abschnitt im 21. Bezirk. Zwischen Mayerweckstraße und Landesgrenze wird ein vier Meter breiter Geh- und Radweg errichtet. Auch in Kaisermühlen wird ein solcher neu gebaut.

    Verbreiterung der Gehsteige in Währing

    Die Währinger Straße wird renoviert, wobei dort laut Stadt auch die Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Aufenthaltsqualität im Fokus steht. Die Gehsteige werden verbreitert, auch Bäume werden gepflanzt. An eine Umwandlung in eine Begegnungs- oder gar eine Fußgängerzone ist jedoch nicht gedacht. Die Verkehrsorganisation dort ändere sich nicht, wird betont – nachdem zuletzt entsprechende Gerüchte für Diskussionen gesorgt hatten.

    Zu den großen Projekten gehört auch die kürzlich präsentierte Begegnungszone Lange Gasse in der Josefstadt. Die neue Flanierstraße wird derzeit errichtet. Das gilt auch für die Südbahnhofbrücke, die den dritten und zehnten Bezirk verbindet. Sie wird seit 2016 gebaut und soll im Juli eröffnet werden.

    "Unsere Pläne für den Fuß- und Radverkehr zeigen, dass wir in Wien weiter tatkräftig daran arbeiten, den nachhaltigen Verkehr zu stärken. Die Ankündigung der Bundesregierung, den Radverkehrsanteil verdoppeln zu wollen, lässt hoffen, dass die Umsetzung zukünftig auf weniger Widerstand stößt. In den vergangenen Jahren waren wir in unserer Arbeit mit einer Stimmung konfrontiert, die nachhaltigen Verkehrskonzepten mehr als negativ gegenüber gestanden ist", zeigte sich Vassilakou zuversichtlich. (APA, 12.4.2018)

    • Zuletzt hatte die Regierung angekündigt, den Radverkehr verdoppeln zu wollen. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hofft nun auf weniger Widerstand der ÖVP bei dem Ausbau des Wiener Radnetzes.
      foto: apa/hans punz

      Zuletzt hatte die Regierung angekündigt, den Radverkehr verdoppeln zu wollen. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hofft nun auf weniger Widerstand der ÖVP bei dem Ausbau des Wiener Radnetzes.

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