Wer vom Sparzwang bei der Integration verschont bleibt

    12. April 2018, 12:43
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    Das Forschungszentrum ICMPD erhält mehr Geld. Dessen Chef ist der frühere ÖVP-Obmann Michael Spindelegger

    Wien – Die Regierung reagiert auf den Vorwurf, sie spare bei der Integration, stets mit dem Argument, man kürze keine Gelder, man schichte sie nur um. Ein Institut, das von dieser Umschichtung profitiert, ist das International Center for Migration Policy Development (ICMPD). Während andere Institutionen mit weniger Geld vom Integrationsministerium auskommen müssen, erhält das Forschungszentrum an nobler Wiener Innenstadtadresse mehr Geld aus diesem Topf: Heuer sind 350.000 Euro vorgesehen, nächstes Jahr 400.000 Euro.

    Mehr Geld

    Zum Vergleich: Im letzten Jahr flossen rund 214.000 Euro an das Zentrum. Es mag ein Zufall sein, dass das Institut seit 2015 vom früheren ÖVP-Chef Michael Spindelegger geleitet wird. Spindelegger gilt als einstiger Mentor des heutigen ÖVP-Chefs Sebastian Kurz. Ob es hier einen Konnex gibt, will nun Liste-Pilz-Abgeordnete Alma Zadic in einer parlamentarischen Anfrage wissen.

    Über gute Beziehungen zum Kanzleramt verfügt auch der Integrationsfonds Österreich (ÖIF). Auch der ÖIF, der bereits unter Integrationsminister Sebastian Kurz deutlich mehr Mittel und Macht erhielt, darf sich über eine Aufstockung der Gelder aus dem Budget des Integrationsministeriums freuen.

    In anderen Bereichen der Integration wird hingegen gespart. Nicht nur das Arbeitsmarktservice (AMS) muss wie berichtet empfindliche Kürzungen hinnehmen, sondern auch im Integrationstopf des Außenministeriums insgesamt sind heuer Auszahlungen von 51 Millionen Euro veranschlagt, während es im Vorjahr noch 56 Millionen Euro waren. (Maria Sterkl, 12.4.2018)

    • Ex-ÖVP-Chef Spindelegger wird vom Sparzwang verschont.
      foto: apa/techt

      Ex-ÖVP-Chef Spindelegger wird vom Sparzwang verschont.

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