Angriff auf Syrien: Europäer wollen OPCW-Ermittlungen abwarten

11. April 2018, 14:00
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Nach dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff wollen Trumps mögliche Alliierte Beweise sehen

Brüssel – Versuche, im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zum mutmaßlichen Chemiewaffenangriff im syrischen Douma zu beschließen, sind erfolglos geblieben. Die USA und Russland legten eigene Entwürfe vor, der amerikanische scheiterte am russischen Veto, zwei von Russland zur Abstimmung vorgelegte Resolutionsentwürfe wurden ebenfalls abgelehnt.

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) will demnächst Inspektoren nach Syrien entsenden, die den Schauplatz des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs untersuchen sollen. Man sei bereits an die syrischen Behörden herangetreten, um die nötigen Arrangements für diesen Einsatz zu treffen, gab die im niederländischen Den Haag ansässige Organisation am Dienstag bekannt.

Trump sagt Lateinamerika-Reise ab

US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag wegen der Eskalation in Syrien seine geplante Lateinamerika-Reise ab. Er werde im Land bleiben, "um die amerikanische Antwort auf Syrien zu überwachen und die Entwicklungen rund um den Globus im Auge zu behalten", teilte das Präsidialamt mit.

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ZIB-Außenpolitik-Chef Andreas Pfeifer spricht über einen möglichen Militäreinsatz der USA in Syrien.

Zudem konsultierte er Frankreich und Großbritannien wegen eines gemeinsamen – möglicherweise militärischen – Vorgehens. Trumps potenzielle Verbündete haben aber betont, dass sie Beweise für die Verantwortung des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad sehen wollen, bevor sei einer Militärintervention zustimmen.

Eurocontrol warnt

Die europäische Luftfahrtbehörde (Eurocontrol) mahnte Fluggesellschaften am Dienstag wegen möglicher Luftangriffe in Syrien zu besonderer Vorsicht im östlichen Mittelmeer. Innerhalb der nächsten 72 Stunden könnten Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden, und es könne zur Störung von Navigationsgeräten kommen, teilte Eurocontrol mit.

Die meisten Airlines umfliegen die Konfliktzone schon länger weiträumig, der Montoring-Dienst Flightradar 24 zeigte am Mittwochmittag lediglich eine zivile Maschine der syrischen Cham Wings im syrischen Luftraum, die auf dem Weg von Bagdad nach Damaskus war. (bed, APA, Reuters, 11.4.2018)

  • Am Dienstag kamen weitere Kämpfer der Jaish-al-Islam-Miliz aus Douma mit ihren Familien im nordsyrischen Al-Bab an.
    foto: apa/afp/nazeer al-khatib

    Am Dienstag kamen weitere Kämpfer der Jaish-al-Islam-Miliz aus Douma mit ihren Familien im nordsyrischen Al-Bab an.

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