Wie Vorarlberg 2030 aussehen soll

9. April 2018, 15:37
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Vorarlberg arbeitet an einem Entwicklungskonzept. Das "Raumbild 2030" soll alle Interessen unter einen Hut bringen

Feldkirch – Wie soll Vorarlberg 2030 aussehen? Darüber machen sich derzeit bei der "Raumbild-Konferenz 2030" in Feldkirch über 200 Menschen aus unterschiedlichen Interessensgruppen Gedanken.

Was unter dem Begriff Raumbild zu verstehen ist, erklärten am Montag am Rande der Konferenz die Landesräte Karlheinz Rüdisser (VP), zuständig für Wirtschaft und Raumplanung, Johannes Rauch (Grüne), verantwortlich für Umweltschutz und der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier (VP), Präsident des Gemeindeverbands.

Kurz gesagt, ist das Raumbild ein räumliches Entwicklungskonzept für das Land Vorarlberg. Ein Leitbild, das vorausschauende Planung von Frei- und Wirtschaftsräumen, Siedlungsgebiet und Mobilität garantieren soll. Nicht für die Schublade und Sonntagsreden gemacht, sondern verbindlich, wurde von Schwarz und Grün versichert.

Unterschiedliche Interessen

Sich Gedanken über die langfristige Entwicklung zu machen, sei dringend notwendig, sagte Rüdisser und verwies auf das rasche Wachstum der letzten 25 Jahre: Die Bevölkerung stieg von 330.000 auf über 390.000, 50.000 neue Haushalte mit über drei Millionen Quadratmeter Wohnbedarf entstanden, 40.000 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Der Druck auf die knappe Ressource Boden wurde entsprechedn groß.

Rüdisser: "Diese dynamische Entwicklung erfordert, dass wir künftig die unterschiedlichen Interessen gemeinsam betrachten." Schwerpunkte des Raumbilds sind Freiraum und Landwirtschaft, Siedlung und Mobilität, Wirtschaft und Tourismus, regionale Zusammenarbeit.

Das Raumbild wird Vorgaben für das neue Raumplanungsgesetz, das noch im April in die Begutachtung gehen soll, das Baugesetz und das Grundverkehrsgesetz liefern. Wie räumliche Entwicklungskonzepte (REK) auf Gemeindeebene soll das Raumbild Leitplanke für künftige Planungen sein, sagte Rüdisser.

Verbindliche Konzepte

Aktuell haben 70 der 96 Vorarlberger Gemeinden ein Entwicklungskonzept, ob sie sich daran halten, bleibt ihnen überlassen. Das soll sich mit dem neuen Raumplanungsgesetz ändern. Rüdisser: "Alle Gemeinden müssen innerhalb einer bestimmten Frist ein REK erarbeiten." Die Aufsichtsbehörde werde sich in Genehmigungsverfahren genau anschauen, ob Entscheidungen einer Kommune mit deren REK übereinstimmten, kündigte Rüdisser an.

Rauch verwies auf die Steuerung durch das Förderwesen. Künftig werde man Förderungen von der Bereitschaft zur regionalen Zusammenarbeit abhängig machen. Rüdisser: "Nicht jede Gemeinde muss alles haben." Womit er Infrastruktur wie Pflegeheime, Kinderbetreuungseinrichtungen oder Sportanlagen meint. Zur besseren Planung der Gemeindekooperationen, Fusionen sind in Vorarlberg politisches Tabu, wird es regionale Entwicklungskonzepte geben, sagte Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier. Das Raumbild soll im Herbst fertig gezeichnet sein. Im Frühsommer soll es öffentlich beraten werden. (Jutta Berger, 9.4.2018)

  • Das Rheintal, hier vom Bodensee aus gesehen, ist die größte Agglomeration in Vorarlberg.
    foto: land vorarlberg

    Das Rheintal, hier vom Bodensee aus gesehen, ist die größte Agglomeration in Vorarlberg.

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