Fossil weist auf uralte Verbindung zwischen Russland und Kanada hin

    16. April 2018, 06:30
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    Insekt kam vor 53 Millionen Jahren zu beiden Seiten des Pazifiks vor

    Vancouver – Erst in der Erdneuzeit brach der nördliche Superkontinent Laurasia in die westliche Hälfte Nordamerika und die östliche Hälfte Eurasien auseinander. Doch kaum hatten sie sich auf der einen Seite getrennt, scheinen sie auf der anderen schon wieder zusammengewachsen zu sein: Das schließen Forscher aus einem 53 Millionen Jahre alten Insektenfossil, das sie im Journal "The Canadian Entomologist" vorstellten.

    Den meisten geläufig ist die Landbrücke, die zwischen Nordostasien und Nordwestamerika während des Eiszeitalters bestand. Über diese Beringia genannte Region wanderten Mammuts und andere Tiere und schließlich auch der Mensch aus der Alten in die Neue Welt ein. Allerdings kann dies nicht das einzige Mal gewesen sein, dass im Nordpazifikraum eine Landverbindung zwischen den Kontinenten bestand: Mehrfach breiteten sich in der Erdneuzeit wellenartig Tiere von oder nach Nordamerika aus, die auf keinem anderen Weg gewandert sein können.

    foto: sfu
    Die Schnabelfliege Eomerope eonearctica dürfte einen Lebensraum gehabt haben, der sich über heutige Kontinentalgrenzen erstreckte.

    Eine solche Verbindung dürfte es auch schon vor 53 Millionen Jahren, im frühen Eozän, gegeben haben. Forscher der Simon Fraser University berichten, dass sie im westkanadischen British Columbia das Fossil einer Schnabelfliege entdeckten, die sehr stark Exemplaren aus der pazifischen Region Russlands ähnelt. Und die russischen Fossilien stammen aus der gleichen Ära: ein Hinweis darauf, dass die Tiere aus einem gemeinsamen Lebensraum kamen. Ob eine feste Landbrücke bestand oder die beiden Kontinente einander nur nahe genug waren, dass manche Tierarten wie etwa Fluginsekten die Meerenge überqueren konnten, lässt sich aus diesem Fund allein aber nicht ableiten.

    Die kanadische Spezies erhielt die Bezeichnung Eomerope eonearctica, ihre bereits 1974 vorgestellte russische "Doppelgängerin" heißt Eomerope asiatica. Nahe Verwandte gibt es auch heute noch – die leben aber weit entfernt: nämlich in Wäldern der gemäßigten Zone Chiles, wo das Klima dem ähnelt, das vor 53 Millionen Jahren hoch im Norden herrschte. (red, 16. 4. 2018)

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