Klassische Echtzeitstrategie ohne Mikrotransaktionen: "Iron Harvest" wird Kickstarter-Hit

    6. April 2018, 09:49
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    Spiel mit alternativer Geschichtsschreibung und Steampunk-Flair knackt Millionen-Dollar-Marke

    Immer mehr Spielehersteller setzen darauf, auch bezahlte Spiele zusätzlich mit Mikrotransaktionen zu monetarisieren. Ein Vorgehen, das immer wieder für Proteste der Gamer sorgt. Die Finger verbrannt hat sich etwa Electronic Arts mit den Lootboxen in "Star Wars: Battlefront 2".

    Das deutsche Spielestudio King Art ("Battle Worlds: Kronos", "The Book of Unwritten Tales") verspricht, es ganz anders zu machen und dabei auch ein heute oft vernachlässigtes Genre wiederzubeleben. "Iron Harvest" begeistert mit der Vision eines klassischen Echtzeitstrategiespiels und originellem Szenario die Gamergemeinde und hat nun die Millionen-Dollar-Marke beim Crowdfunding geknackt.

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    "Iron Harvest"-Trailer

    Millionenmarke geknackt

    Mit Vorbestellungen auf der Website und den Zusagen aus der noch laufenden Kickstarter-Kampagne steht man mittlerweile bei knapp 1,1 Millionen Dollar. Auf Kickstarter alleine hält man derzeit bei umgerechnet etwa 950.000 Dollar.

    Gemäß der Berechnung von Kicktraq könnten alleine hier sogar über 1,3 Millionen zusammenkommen. Ursprünglich wollte man 450.000 Dollar einsammeln. Erscheinen soll das Game laut aktueller Roadmap im Dezember 2019 für Windows, Xbox One und Playstation 4.

    "Eiserne Ernte" vor dem nächsten Krieg

    "Iron Harvest" versetzt den Spieler ins Jahr 1920 und schreibt die Geschichte neu. Der erste Weltkrieg ist vorbei. Erstmals hatte die Menschheit gewaltige Maschinen erschaffen, um gegeneinander zu Felde zu ziehen. Deren Überbleibsel sammeln Bauern immer noch von ihren Feldern, sie haben die Bezeichnung "Eiserne Ernte" erhalten.

    Doch nur zwei Jahre nach der großen Auseinandersetzung ist der Frieden bereits wieder gefährdet. Drei Mächte stehen sich beim erneuten Weltenbrand gegenüber: Das Sächsische Imperium, der große, aber industriell weit fortgeschrittene Verlierer des ersten Krieges, die Republik Polania, ein teils besetzter Agrarstaat, der sich zur Militärmacht wandeln will und Rusviet, ein großes und vom Krieg gebeuteltes Reich mit viel Ressourcen, das knapp vor einem internen Machtkampf steht.

    Drei Fraktionen, übergreifende Handlung

    Das Spiel soll drei Einzelspieler-Kampagnen bieten, deren Handlung in etwa 20 Spielstunden ineinander übergeht. Dabei verfolgt man jeweils das Schicksal eines Hauptcharakters, der auch selber in den Schlachten auftritt und über besondere Fertigkeiten verfügt. Spionin Olga spielt für Rusviet eine wichtige Rolle, Scharfschützin Anna zieht für Polania ins Feld. Für Sachsen muss der erfahrene Kommandant Gunter sein Geschick beweisen. Ihnen stehen weitere Helden zur Seite, die mit Sondereinheiten oder speziellen Waffen ausgerüstet sind.

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    Gameplay aus der Pre-Alpha-Version von "Iron Harvest".

    Die Fraktionen sollen sich freilich hinsichtlich ihres Repertoires an Kämpfern und Maschinen unterscheiden. Dazu will man Anpassungsmöglichkeiten bieten – etwa die Ausstattung von Infanterie mit unterschiedlichen Waffen.

    Wenngleich es Basisbau gibt, soll der Fokus klar auf strategischer Klasse vor Einheiten-Masse liegen. Ähnlich wie in Titeln wie "Close Combat" kann man sich das Gelände zunutze machen und Deckungen nutzen. Sowohl Gebäude als auch andere Konstruktionen sind aber zerstörbar. Zudem sollte man die spezifischen Stärken und Schwächen der Einheiten beachten.

    Multiplayer-Modus dabei

    Das hohe Finanzierungsaufkommen soll "Iron Harvest" zusätzliche Features und Modi bescheren. Umgesetzt werden nun etwa cinematische Zwischensequenzen. Außerdem soll man etwa in einem Skirmish-Modus freie Gefechte gegen Computergegner ausfechten können. Auch die Umsetzung eines Multiplayer-Modus ist nun finanziert. Als nächstes Ziel ist eine kooperativ spielbare Kampagne in Reichweite. Sollten 1,5 Millionen Dollar zusammen kommen, wollen die Entwickler eine zweite Kampagne später als DLC nachreichen.

    Wer das Game unterstützen will, soll für rund 37 Euro eine Kopie des fertigen Spiels für Windows und Zugang zur geschlossenen Betaphase erhalten. Ab 48 Euro verspricht man neben digitalen Bonusinhalten (Soundtrack, Artbook und Waffenhandbuch) auch Alphazugang. Konsolenspieler müssen für den Vorabzugang 57 Euro ausgeben. Die Finanzierungskampagne auf Kickstarter läuft noch bis zum 13. April.

    Wichtig zu wissen: Mit der Investition ist ein gewisses Risiko verbunden. Das Projekt kann auch scheitern, ein rechtlicher Anspruch auf Rückzahlung würde dadurch allerdings nicht entstehen. (gpi, 6.4.2018)

    • "Iron Harvest" soll im Dezember 2019 für PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen.
      foto: king art

      "Iron Harvest" soll im Dezember 2019 für PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen.

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