Riesige Fußabdrücke auf der Isle of Skye entdeckt

4. April 2018, 17:28
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Seltene 170 Millionen Jahre alte Spuren erzählen von einer Zeit, als die schottische Insel noch subtropisch war

foto: steve brusatte
Heute ist die Isle of Skye eine karge Insel, vor 170 Millionen Jahren jedoch tummelten sich hier zahlreiche Dinosaurier in subtropischem Klima.

Edinburgh – Heute ist die Isle of Skye im Nordwesten Schottlands eine windumstoste Insel im Atlantik, auf der hauptsächlich Baummarder, Rothirsche und Papageientaucher vorkommen. Vor 170 Millionen Jahren allerdings hinterließ dort eine gänzlich andere Tierwelt ihre Spuren: Paläontologen haben nun im Nordwesten der Insel eine Stelle entdeckt, auf der teilweise gewaltige Dinosaurier Fußabdrücke in den prähistorischen Sand gesetzt haben.

Insgesamt etwa 50 Abdrücke fanden die Wissenschafter rund um Paige dePolo mithilfe von Drohnen in einer Lagune bei Rubha nam Brathairean vor, wie die Universität von Edinburgh am Dienstag mitteilte. Einige davon besitzen einen Durchmesser von rund 70 Zentimetern. Die nun im "Scottish Journal of Geology" veröffentlichte Studie stellt eine Verbindung zu bereits im Jahr 2015 entdeckten Dinosaurierspuren her und untermauert, dass auf der Isle of Skye im Mitteljura auch große Fleischfresser beheimatet waren.

foto: paige depolo
Die größten nun entdeckten Dino-Spuren sind so groß wie Autoreifen und wurden von Sauropoden hinterlassen.

Seltene Funde

"Es ist jedesmal sehr aufregend, wenn wir Hinweise auf Dinosaurier in Schottland aufspüren, denn diese Funde waren bisher spärlich", meint Stephen Brusatte, Koautor der Studie. "Wenn es sich um Dinosaurier des Mitteljura handelt, sind die Funde besonders spannend, denn aus dieser Ära existieren generell wenige Überreste."

Als vor 170 Millionen Jahren der Superkontinent Pangäa auseinander brach, war jene Landmasse, die heute die Isle of Skye bildet, Teil einer subtropischen Insel, die sich viel weiter südlich und damit näher am Äquator befand. "Diese paradiesischen Gefilde ähnelte damals vermutlich dem heutigen Florida oder Gegenden in Spanien", meint Brusatte.

foto: paige depolo
Fleischfresser setzten typische dreizehige Abrücke in den damaligen Sand.

Fleischfresser und ihre Beute

Die nun entdeckten besonders großen Abdrücke dürften von Sauropoden stammen, langhalsigen pflanzenfressenden Dinosauriern von 15 Metern Länge, zwei Metern Höhe und bis zu zehn Tonnen Gewicht. In dieser Region dürfte es sich bei ihnen um die größten landlebenden Wesen gehandelt haben. Doch die entsprechenden Räuber waren nicht weit: Fußspuren von dreizehigen Dinosaurieren weisen auf die Anwesenheit großer Theropoden hin.

"Dies sind die Abdrücke von Fleischfressern, die ausschließlich auf ihren Hinterbeinen liefen", erklärt Brusatte. Die Funde lassen darauf schließen, dass diese Tiere etwa eine Tonne wogen und bis zu sechs Meter lang waren. "Vermutlich stellten sie eine Art primitive Vorfahren des späteren Tyrannosaurus rex dar", so wie Wissenschafter (tberg, 4.4.2018)

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