Das beste Stück ... nachgefragt bei Milena M. Flašar

    Kolumne11. April 2018, 09:36
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    Michael Hausenblas fragt die Schriftstellerin, was es mit ihren Kistchen auf sich hat

    "Es gibt so viele Dinge, an denen ich hänge, wobei es meist solche sind, die eine Geschichte erzählen. Da ist zum Beispiel die Tea-Caddy, die mir mein Mann aus London mitgebracht hat. Es handelt sich dabei um eine abschließbare Teebox auf Löwenfüßen, und sie stammt aus Zeiten, in denen die Herrin des Hauses noch ihre teuren Tees vor den Bediensteten schützen musste. Sie erzählt die Geschichte vom Wert eines Konsumguts und davon, wie wandelbar er ist.

    Ganz ähnlich wie die Writing Chest, ein Schreibkästchen, ebenfalls aus London, das laut Namensplakette einem Herrn George Braithwaite gehört hat. Sobald ich sie aufklappe, schlägt mir ein besonderer Geruch entgegen, und ich frage mich, wer er wohl war, dieser Herr Braithwaite, und was er alles geschrieben hat.

    In dem Kästchen befindet sich ein Tintenfass samt Feder, und auch ein paar Fotos verstecken sich in einem der Fächer, alle verblichen. Mein Lieblingsfach ist das Geheimfach, nur zu öffnen, wenn man den Trick kennt. Es ist zwar leer, aber das macht nichts. Auf diese Art bleibt mehr Raum für die Fantasie." (Michael Hausenblas, RONDO, 11.4.2018)

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    Milena Michiko Flašar: Vom Wunsch, die Welt gegen die Wand zu werfen

    Milena M. Flašar ist Schriftstellerin. Vor kurzem ist ihr Roman "Herr Kato spielt Familie" im Verlag Klaus Wagenbach erschienen.

    • Milena M. Flašar: "Die Teebox erzählt die Geschichte vom Wert eines Konsumguts und davon, wie wandelbar er ist."
      foto: nathan murrell

      Milena M. Flašar: "Die Teebox erzählt die Geschichte vom Wert eines Konsumguts und davon, wie wandelbar er ist."

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