Heike Makatsch am "Tatort": Wie sehen Sie "Zeit der Frösche" am Montagabend?

    Ansichtssache2. April 2018, 18:00
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    "Muss ja nicht jeder 'Tatort'-Kommissar sein": Kritiker finden das Oster-Special zu lang, zu vollgepackt

    Nach zwei Jahren ermittelt Heike Makatsch wieder als Kommissarin Ellen Berlinger im "Tatort", diesmal in Mainz, rund um ein erschlagenes Mädchen, den 13 Jahre alten, hochintelligenten Cousin der Kommissarin, der sich mit Gefühlen schwertut, und noch ein paar Handlungsstränge mehr. Die TV-Kritiker werden ihrer Berufsbezeichnung hier sehr gerecht. Aber wie sehen Sie Makatsch am "Tatort"?

    foto: orf/ard/julia terjung

    Viel zuviel hineingepackt

    "Halbwegs ratlos" steht Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung" vor Makatschs Kommissarin, "die mehr Platz bräuchte, um einem näher zu kommen".

    Gertz' Befund: "Regie ('Tatort'-Routinier Markus Imboden) und Buch (Marco Wiersch) haben viel zu viel reingepackt in diesen Plot um ein erschlagenes Mädchen. Praktisch jeder ist traumatisiert. Die Geschichten der Ermittler sind verwoben mit dem Fall; den Kommissar erinnert das Ganze an eine ältere Mordserie. Die Kommissarin hat natürlich – als wäre die Story für sich noch nicht dramatisch genug – eine persönliche und familiäre Beziehung zum jungen Jonas."

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    foto: orf/ard/julia terjung

    Muss ja nicht jeder "Tatort"-Kommissar sein

    Seltsam findet Barbara Möller auf Welt.de, "wie Berlinger mit diesem Mordfall umgeht. Irgendwie zu privat. Kollegen scheint es außer Rascher und dem Pathologen keine zu geben, auch das macht dem Zuschauer mulmige Gefühle. Das Beste wäre, denkt er sich, wenn Berlinger Mainz schnell wieder verließe. Richtung Mannheim. Oder Karlsruhe, das Zuständigkeitsgebiet des Südwestrundfunks ist ja groß genug. Oder ganz auf Nimmerwiedersehen. Muss ja nicht jeder ein 'Tatort'-Kommissar sein. Wirklich nicht."

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    foto: orf/ard/julia terjung

    Kluge Pointe, unnötig in die Länge gezogen

    STANDARD-Kritikerin Margarete Affenzeller kann im Makatsch-Special immerhin eine "kluge Pointe" entdecken: "Die Fähigkeit zur Emotion, die man Jonas abspricht, ist ja auch der über ihn urteilenden Kommissarin nicht zu eigen. Jedes Date mit dem Kindergartenpädagogen geht in die Hose. Oxytocin, bitte kommen!"

    Denn: Der Krimi und damit der Weg zu der Pointe ist auch nach Affenzellers Befund "unnötig in die Länge gezogen". (red, 2.4.2018)

    Wie sehen Sie das "Tatort"-Special "Zeit der Frösche" mit Heike Makatsch am Ostermontagabend? Hier ist Platz für Ihren Befund.

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