Führungstipps von einer "Herzlichkeitsbeauftragten"

    2. April 2018, 14:47
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    Wertschätzung zu zeigen sei das Wichtigste, sagt Mahsa Amoudadashi – dazu gehören Aufmerksamkeit, Empathie und Dankbarkeit

    70 Prozent der befragten Arbeitnehmer machen laut einer aktuellen Gallup-Studie nur Dienst nach Vorschrift. Lediglich 15 Prozent sind motiviert bei der Arbeit. Schuld daran haben laut Gallup schlechte Vorgesetzte.

    Es sei unmöglich, Mitarbeitern Motivation einzutrichtern – man müsse sie begeistern, sagt Mahsa Amoudadashi. Die Rednerin bei der Xing-Konferenz zu "New Work" in Hamburg absolvierte nach ihrer Matura eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in einem Nürnberger Tagungshotel. Nach ihrer Ausbildung betraute sie der Geschäftsführer mit einer ungewöhnlichen Aufgabe: Er ernannte sie zur "Herzlichkeitsbeauftragten". In dieser Position sollte sie dafür sorgen, dass Kollegen "mit strahlenden Augen vor den Gästen stehen."

    Wichtige Vorbildfunktion

    Schnell habe sie erkannt, dass man jemandem Herzlichkeit nicht beibringen kann. Vielmehr gehe es darum, Begeisterung zu vermitteln. Und zwar, indem man Mitarbeiter zu Mitunternehmern macht, sie beteiligt, ihnen Chancen gibt. Das Wissen, das Amoudadashi bei ihrer Tätigkeit als Herzlichkeitsbeauftragte erlangte, gibt die junge Frau – die auch Wirtschaftspsychologie studiert hat – nun bei Vorträgen vor Führungskräften weiter. Ihr Ziel: "Ihnen die Sicht der Mitarbeiter näherzubringen."

    Zunächst müssten sich Vorgesetzte bewusst sein, "welch wichtige Vorbildfunktion sie haben", sagt Amoudadashi. "Sie sollten nur das von ihren Mitarbeitern erwarten, was sie selbst vorleben." Das fange bei den kleinen Dingen an: "Wenn Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter pünktlich kommen, dann seien Sie pünktlich."

    Wertschätzung, Respekt

    Verbundenheit könne man vor allem durch Wertschätzung schaffen. Das ist auch das Ergebnis der Gallup-Studie. Die Basis dieser Wertschätzung sei Aufmerksamkeit. "Wir müssen Menschen wahrnehmen, sie sehen. Nicht wahrgenommen, also ignoriert zu werden ärgert."

    Der zweite wichtige Baustein sei Respekt: "Menschen so zu nehmen, wie sie sind." Weiters wichtig: Höflichkeit. "Hallo und Tschüss zu sagen, Danke und Bitte oder auch Entschuldigung, wenn man einen Fehler macht." Wenn diese gewöhnlichen Floskeln ausbleiben, könne das als geringe Wertschätzung wahrgenommen werden. Jedem mit Toleranz und Akzeptanz zu begegnen, auch wenn er eine andere Meinung hat, sei ebenfalls entscheidend.

    Kleine Aufmerksamkeiten

    Die Königsdisziplin aber, sagt Amoudadashi, "ist die Empathie": "Wenn man sich in die Gefühlswelt anderer hineinversetzen kann, kann man vieles viel besser nachvollziehen."

    Schließlich könnten auch kleine Aufmerksamkeiten die Motivation bei der Arbeit steigern – und Dankbarkeit. "Wenn Sie Dankbarkeit für den Einsatz zeigen, können Sie sicher sein, dass Ihre Mitarbeiter das gerne tun." (lib, 2.4..2018)

    • Amoudadashi absolvierte nach ihrer Matura eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in einem Nürnberger Tagungshotel. Nach ihrer Ausbildung betraute sie der Geschäftsführer mit einer ungewöhnlichen Aufgabe: Er ernannte sie zur "Herzlichkeitsbeauftragten". Mittlerweile hält sie Vorträge vor Führungskräften.
      foto: ho

      Amoudadashi absolvierte nach ihrer Matura eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in einem Nürnberger Tagungshotel. Nach ihrer Ausbildung betraute sie der Geschäftsführer mit einer ungewöhnlichen Aufgabe: Er ernannte sie zur "Herzlichkeitsbeauftragten". Mittlerweile hält sie Vorträge vor Führungskräften.

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