Frühe Landwirtschaft war noch weitgehend fleischlos

    28. März 2018, 11:42
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    Österreichische Forscher analysierten, wie sich die Ernährungssituation von der Steinzeit bis zur Bronzezeit entwickelte

    Wien/Krems – Der Wechsel vom Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft in der Jungsteinzeit bedeutete zunächst eher Ackerbau als Viehzucht, fand ein österreichisch-deutsches Forscherteam heraus. Die neue Bauernkultur musste sich in dieser ersten Phase vorwiegend auf Getreide stützen. Nur langsam entwickelte sich eine ergiebige Viehwirtschaft, die genug Fleisch in ihre Töpfe brachte, so die Forscher.

    Das Team um Kurt W. Alt vom Zentrum für Natur- und Kulturgeschichte der Menschen an der Danube Private University in Krems berichtet im Fachjournal "Plos One", dass es die Ernährungsentwicklung in der Jungsteinzeit bis zum Beginn der Bronzezeit anhand von archäologischen Funden von 466 Menschen und 105 Haus- und Wildtieren in Mitteleuropa ermittelte. Die Forscher rekonstruierten die Nahrungsmittelsituation der damaligen Menschen anhand der Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopen in den Proben. Daraus schließen sie auf eine lange Lern-Phase der "Jungbauern", die durch viele Rückschläge gekennzeichnet war.

    Ernährungsumstellung mit Nebenwirkungen

    So stand diesen zunächst nur wenig Fleisch zur Verfügung. Die ersten Bauern der Linearbandkeramik-Kultur mussten ihren Nahrungsbedarf noch überwiegend über pflanzliche Proteine aus Getreide abdecken, so Alt: "Erst die nachfolgenden Kulturen optimierten langsam aber stetig ihre Viehwirtschaft, bis zum Beginn der Bronzezeit Fleisch und Milchprodukte in deutlich größerem Ausmaß auf dem Speiseplan standen".

    Mit der Landwirtschaft habe man sich auch zahlreiche Probleme und Krankheiten wie Milch- und Getreideunverträglichkeit eingehandelt, sagt Alt: "Die Menschen sind zunächst einmal kleiner geworden, weil sie weniger tierisches Protein zu sich genommen haben, mussten mehr arbeiten als vorher, hatten allerdings insgesamt mehr Nahrung, und konnten dadurch mehr Kinder ernähren." Dies war auch dringend notwendig, da nun auf einmal viel mehr Arbeit zu verrichten war.

    Als Begleiterscheinung des Bauerntums sei in den Ernährungsmustern eine Spezialisierung, Individualisierung und Hierarchisierung der Gesellschaft zu erkennen, berichten die Forscher. Ab dieser Zeit war die Versorgung der Menschen mit tierischen Proteinen nämlich keinesfalls einheitlich. "Vor allem die Männer und auch die Senioren beider Geschlechter bekamen in den Bauerngemeinschaften in allen Epochen mehr Fleisch zugeteilt, als die anderen Mitglieder der Gesellschaft", berichten die Forscher. (APA, red, 28. 3. 2018)

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