UV-Strahlung: App zeigt eigenes Gesicht in 25 Jahren

    27. März 2018, 11:56
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    Was wird aus "gesunder Bräune" in 25 Jahren? Die "Sunface App" soll Jugendliche für die Gefahren durch UV-Strahlung sensibilisieren

    UV-Strahlung – egal ob bei ausgedehnten Sonnenbädern oder häufigem Solariumsbesuch – setzt der Haut zu. Nachhaltig. Wie das in fünf oder 25 Jahren am eigenen Gesicht aussieht, zeigt die App "Sunface", die vom am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) entwickelt wurde.

    "Vor allem junge Leute wollen mit dem ungesunden Bräunen ihre Attraktivität steigern. Das zeigen Befragungen unter Solariennutzern", erklärt der Entwickler der App Titus Brinker. Die App soll vor allem Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf lockere Art ihr persönliches Hautkrebsrisiko vor Augen führen. Sie zeigt anhand eines Selfies das Gesicht der Zukunft – abhängig davon, ob für gewöhnlich auf Sonnen- und UV-Schutz geachtet wird oder nicht.

    "Die Haut vergisst nichts. Die Sunface App verdeutlicht das sehr eindrücklich und richtet sich primär an eine Altersgruppe, die man ansonsten mit Präventionsmaßnahmen nur schwer erreicht", erklärt Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg.

    Hautkrebs erkennen

    So funktioniert es: Nutzer können die App kostenlos herunterladen, ein Selfie schießen, müssen Hauttyp sowie eine von drei Verhaltensoptionen – Sonnenschutz, kein Sonnenschutz oder wöchentlicher Solariumsbesuch – auswählen und können dann dem um fünf oder 25 Jahre gealterten Ich ins Gesicht blicken, in 3D und mit animierten Effekten. Dazu berechnet die App, wie stark sich, je nach Verhalten, das Hautkrebsrisiko erhöht. Die Anwendung erklärt, wie man Hautkrebs und seine Vorstufen bei sich erkennen kann, und gibt Tipps für den richtigen Sonnenschutz. Wer will, kann sein animiertes Selfie via Social Media teilen.

    Seit Mai 2017 gibt es die Sunface App kostenlos für iPhones und Android Smartphones. Eine erste Studie mit insgesamt 205 Schülern im Alter von 13 bis 19 Jahren in Essen zeigte bereits: Die App motivierte die Schüler, sich besser vor UV-Strahlung zu schützen und das Solarium zu meiden. "Die Sunface App scheint ihren Zweck als niederschwellige Präventionsmaßnahme zu erfüllen", so Brinker. "Prospektive Effekte müssen langfristig angelegte Folgestudien mit Vergleichsgruppe allerdings noch bestätigen." Mehrere groß angelegte, internationale Studien sind geplant. (red, 27.3.2018)

    Weitere Informationen:

    Der schwarze Hautkrebs, das Melanom, nimmt in seiner Häufigkeit so rasant zu wie weltweit kein anderer bösartiger Tumor: Laut Robert Koch-Institut haben sich die Erkrankungsraten allein in Deutschland seit den 1970er Jahren mehr als verfünffacht. "Das liegt vor allem daran, dass es in Mode kam, sich im Urlaub, oder später auch im Solarium, bräunen zu lassen. Viele empfinden das leider auch heute noch als schick", so Brinker. "Da ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig." In Deutschland erkranken jährlich rund 21.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs, rund 3.000 sterben daran. Wichtigster Risikofaktor ist die natürliche oder künstliche UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien, insbesondere in der Kindheit und Jugend.

    Links:

    Die Sunface App gibt es für Android und iPhones.

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    • Beim Sonnenschutz sind viele Menschen nachlässig. Das begünstigt eine schnellere Hautalterung und Hautkrebs.
      foto: ap

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