Slowakischer Widerstand gegen Österreichs Rugbyteam zwecklos

    24. März 2018, 19:04
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    56:0 – Der zweithöchste Sieg der Verbandsgeschichte stellt einen rundum gelungenen Saisonstart dar

    Wien – Jim Crick zeigte sich zufrieden und kämpferisch zugleich. Der englische Coach des österreichischen Rugby-Nationalteams hatte auch allen Grund dazu. Seine Mannschaft überrollte am Samstag auf dem Wiener Sportclub-Platz zum Auftakt der Saison 2018 die Slowakei mit 56:0, was nicht weniger als den zweithöchsten Sieg der Verbandsgeschichte darstellt.

    Man habe nichts dem Zufall überlassen, meinte Crick. Akribisch hatte der erst 29-jährige Chef seine Mannen auf den Ernstfall vorbereitet: "Wir kannten Schwächen und Stärken des Gegners, haben den Rhythmus des Spiels kontrolliert." So soll es weitergehen, auch in Slowenien, wo die Österreicher bereits am 7. April erneut antreten. "Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, werden wir auch dort erfolgreich sein", sagte Crick.

    All das spielt sich in der Rugby Europe Conference 2 South ab, der vierten Leistungsklasse unter den Six Nations. Gegen Aufsteiger Slowakei galt die österreichische XV ohne Wenn und Aber als Favorit, dieser Status konnte bei nicht gerade frühlingshaften, aber doch sonnigen Umständen in Hernals auch auf den Platz gebracht werden.

    Die Österreicher legten den Slowaken praktisch während der gesamten 80 Minuten die Daumenschrauben an. Man war bestrebt, rasch den Ball zu sichern und diesen dann ohne Verzögerung in die Weiten des Raums zu transferieren. Tempo nämlich, war ganz sicher nicht das Leibgericht einer slowakischen Mannschaft, die zwar einiges an Verschubmasse mitbrachte, der es jedoch an Hurtigkeit krass mangelte.

    Kontinuierlich sammelten die heimischen Steinböcke Punkt um Punkt. Daran war Max Navas an vorderster Front mitbeteiligt. Der Scrumhalf verwertete, mit Ausnahme einer vorübergehenden Schwächephase in der zweiten Halbzeit, die vielen den Österreichern zugesprochenen Strafkicks sicher. Immer wieder fanden sich die Slowaken im Kampf um den Ball im Abseits wieder, nur ein einziges Mal kamen sie einem Score wirklich nahe.

    Gut wird besser

    Einziger Wermutstropfen blieb zunächst die Tatsache, dass man die vom Gegner angebotenen Freiräume zu selten für Durchbrüche zu nutzen im Stande war. Vor der Pause, in die Österreich bereits mit deutlichem Vorsprung von 26:0 eintrat, gelangen nur zwei Versuche. Mit zunehmender Dauer der Partie und gleichzeitig abnehmender Widerstandskraft der Slowaken änderte sich das. Überlegenheit wuchs sich zu Dauerdruck aus, und die Österreicher ließen fünf weitere Tries folgen. Die zweiten 40 Minuten spielten sich so gut wie ausschließlich in der Verteidigungszone der nun vollständig überforderten Gäste ab.

    Mit dem so überzeugenden wie erfreulichen Erfolg und den daraus folgenden fünf Punkten konnte das entsprechende Konto um mehr als das doppelte aufgestockt werden. Österreich hält nun bei neun Zählern und schob sich in der Tabelle an Slowenien, das bei Spitzenreiter Zypern 5:17 unterlag, vorbei auf den zweiten Platz. Diesen gilt es nun in Ljubljana zu verteidigen.

    Omar El Agrebi, der sein Team erstmals als Kapitän anführte, resümierte: "Wir hatten schöne Szenen, haben einander vertraut. Nun geht es darum, das Selbstvertrauen in die nächste Partie mitzunehmen." (Michael Robausch, 24.3. 2018)

    Ergebnis, Rugby Europe Conference 2 South

    Österreich – Slowakei 56:0 (26:0), Wiener Sportclubplatz, 800

    Tries: Peter Morris, Christopher Graf, Alexander Radomirov, Benjamin Preclik (2), Stephan Reiseneder, Stefan Pauser

    Conversions: Max Navas (3)

    Penalties: Navas (5)

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