Mehrheit der Serben will nicht in die Nato

24. März 2018, 08:40
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19 Jahre nach dem Krieg um das Kosovo meinen zwei Drittel, die Nato-Angriffe auf Serbien wären vermeidbar gewesen

Belgrad/Brüssel – Die große Mehrheit der Serben – 84 Prozent – ist gegen einen eventuellen Beitritt ihres Landes zur NATO. Dies zeigt eine in der Vorwoche durchgeführte Umfrage. Am heutigen Samstag jährt sich der Beginn der NATO-Luftangriffe gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) zum 19. Mal. Durch das 78-tägige Bombardement hatte die Allianz im Frühjahr 1999 dem Kosovo-Krieg ein Ende gesetzt.

In der Umfrage der Meinungsforschungsagentur Ninamedia waren 66 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Luftangriffe vermeidbar waren. 17 Prozent der Befragten meinen, dass die Politik des damaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic die größte Verantwortung für die Luftangriffe hatte.

Prozess gegen Milosevic

Milosevic war 1999 vom UNO-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo angeklagt worden. Er war kurz vor dem Abschluss des Haager Prozesses im März 2006 einem Herzleiden erlegen. Der Prozess wurde daraufhin eingestellt.

Durch das Bombardement waren zwischen 1.200 und 1.500 Menschen ums Leben gekommen, etwa 12.000 wurden verletzt. Die genaue Opferzahl wurde nie festgestellt. (APA, 23.3.2018)

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