Hinweise auf prähistorische Mega-Sintflut im Mittelmeerraum

    25. März 2018, 15:47
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    Vor sechs Millionen Jahren wurde das Mittelmeer trockengelegt – doch das Wasser kam mit Urgewalt zurück

    Valletta – Unter dem etwas sperrigen Ausdruck "Messinische Salinitätskrise" firmiert eine Epoche, in der das Mittelmeer ganz oder zumindest zu weiten Teilen ausgetrocknet war. Benannt ist diese Phase samt der dazugehörigen Hypothese nach dem Messin, dem Zeitalter vor etwa sechs bis fünf Millionen Jahren.

    Irgendwann ist das Mittelmeer offensichtlich natürlich wieder aufgefüllt worden – und das dürfte kein sanfter Vorgang gewesen sein. Schon eher war es eine der größten Fluten der Erdgeschichte, wie Forscher der Universität Malta im Magazin "Scientific Reports" berichten.

    Einmal kräftig nachgefüllt

    Die Salinitätskrise soll laut der Studie vor knapp sechs Millionen Jahren durch die Bildung einer Landbrücke zwischen Afrika und Europa begonnen haben. Binnen relativ kurzer Zeit wurde so das mediterrane Becken trockengelegt, da das Mittelmeer auf Zufluss aus dem Atlantik angewiesen ist. Etwa 640.000 Jahre später habe sich die Landbrücke abgesenkt und es strömten wieder Wassermassen aus dem Atlantik in die salzigen Ebenen ein.

    Die Forscher um Aaron Micallef und Angelo Camerlenghi sammelten Daten über den Meeresboden östlich von Sizilien und rund um die maltesischen Inseln. Dabei stießen sie auch auf eine gewaltige Ansammlung von Material, das dort buchstäblich in einem Rutsch abgelagert worden sein dürfte und mittlerweile unter dem Meeresboden begraben liegt.

    Diese Ablagerung soll etwa so groß wie die Insel Kreta und stellenweise 900 Meter dick sein. Die Forscher interpretieren sie als Erd- und Gesteinsmassen, die von der Mega-Flut transportiert wurden – und damit als wichtigen Beleg für obige Hypothese zum katastrophalen Ende der Messinischen Salinitätskrise.

    Riesen-Wasserfall

    Nahe der Stadt Noto im Südosten Siziliens zieht sich überdies ein fünf Kilometer breiter und 20 Kilometer langer Canyon über den Meeresboden, den laut den Forschern die Wassermassen gegraben haben. Als die Flut über eine heute unter Wasser liegende Kalksteinklippe schoss, muss sie dort kurzfristig einen Wasserfall von imposanten 1,5 Kilometern Höhe produziert haben – auch wenn keines der dort heimischen Lebewesen Zeit gehabt haben dürfte, den Anblick zu genießen. (red, 25. 3. 2018)

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