Alzheimer: Blutfette zeigen vorzeitiges Altern an

    23. März 2018, 08:02
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    Morbus Alzheimer lässt sich, zumindest auf der Ebene der untersuchten Lipide, als massiv beschleunigte Form des normalen Alterns charakterisieren, sagen Wissenschafter

    Wien – Morbus Alzheimer ist die häufigste Ursache für Demenz. Ein Forscherteam um die Molekularbiologen Fabian Dorninger und Johannes Berger vom Zentrum für Hirnforschung der Med-Uni Wien untersuchte nun die Veränderungen von bestimmten Lipiden – sogenannten Cholin-Phospholipiden – im Blutplasma von gesunden und an Alzheimer erkrankten älteren Menschen. In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass die normale, altersbedingte Veränderung der Blutwerte bei erkrankten Patienten deutlich stärker vorhanden ist.

    In Österreich leben aktuell 115.000 bis 130.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Schätzungen zufolge soll sich diese Zahl bis ins Jahr 2050 verdoppeln. Bei Demenz kommt es durch das Absterben von Gehirnzellen zum Abbau kognitiver und sozialer Fähigkeiten. In sechzig bis achtzig Prozent aller Fälle liegt die Ursache in der Grunderkrankung Morbus Alzheimer.

    Um Alzheimer möglichst früh diagnostizieren zu können, forschen Neurowissenschafter nach geeigneten Biomarkern im Blut. Besonders Phospholipide, die in der Zellmembran enthalten sind, gelten als vielversprechend. Die Forscher der Med-Uni Wien analysierte nun tiefgefrorene Blutproben der Probanden.

    Lipide im Blutplasma messen

    Dabei wurden 174 Studienteilnehmer ab ihrem 75. Geburtstag an über 7,5 Jahre hinweg auf beginnende Demenz untersucht. Einige der zu Anfang des Erhebungszeitraumes noch gesunden Probanden erkrankten an Morbus Alzheimer. Blutuntersuchungen zu Beginn und Ende der Studie ermöglichten die detaillierte Analyse von Veränderungen der Lipide im Blutplasma.

    Die Analysen der Lipide, die in Zusammenarbeit mit der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, durchgeführt wurden, zeigten eine charakteristische Veränderung der Cholin-Phospholipid-Blutwerte bereits im gesunden Alterungsprozess. Interessanterweise fanden die Forscher bei den Alzheimer-Patienten genau die gleichen Veränderungen der Cholin-Phospholipid-Werte vor, jedoch in deutlich stärkerem Ausmaß. Morbus Alzheimer lässt sich, zumindest auf der Ebene der untersuchten Lipide, als massiv beschleunigte Form des normalen Alterns charakterisieren, so die Interpretation der Wissenschafter.

    Die Forscher hoffen nun mit Cholin-Phospholipid einen möglichen Biomarker gefunden zu haben, der das frühzeitige Erkennen von Morbus Alzheimer ermöglicht. Auf diese Weise könnten etwaige therapeutische Interventionen deutlich früher erfolgen als bisher. (red, 23.3.2018)

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