Hoffnung im Kampf gegen gefährlichen Schimmelpilz

    23. März 2018, 11:00
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    Aspergillus fumigatus kann Lungenerkrankungen und Allergien auslösen. Nun haben Forscher einen Angriffspunkt entdeckt

    Die Infektion mit dem Pilz Aspergillus fumigatus ist für Patienten nach chirurgischen Eingriffen – etwa einer Transplantation – eine der am meisten gefürchteten Komplikationen. Bei einem geschwächten Immunsystem kann der in der Natur häufig vorkommende Schimmelpilz in den Blutkreislauf gelangen und eine Infektion der inneren Organe bis hin zu einer Sepsis verursachen. Über 50 Prozent der Patienten sterben daran.

    Zudem kann der Schimmelpilz Allergien und Asthma auslösen. Manche Menschen erkranken nach einer Infektion auch an einer sogenannten Aspergillom, einem Pilzball, der sich in der Lunge einnistet.

    Das Problem im Kampf gegen Aspergillus fumigatus: Eine Infektion ist sehr schwer zu diagnostizieren und zu behandeln. Schon lange versuchen Forscher zu klären, wie das menschliche Immunsystem den Pilz erkennt. Wissenschaftern rund um Gordon Brown von der University of Aberdeen ist es nun gelungen einen neuartigen Mechanismus zu identifizieren: Das Immunsystem unseres Körpers reagiert auf einen unerwarteten Bestandteil des Pilzes, das Melanin. Der Farbstoff wird von einem eigens dafür zuständigen Rezeptor mit der Bezeichnung MelLec erkannt – danach kommt es zu einer Reaktion des Immunsystems.

    Farbstoff spielt möglicherweise wichtige Rolle

    Bisher ging die Forschung davon aus, dass das Immunsystem in erster Linie Zucker in der Zellwand von Pilzen erkennt. "Ein besseres Verständnis, wie unser Immunsystem auf den Eindringling reagiert, ist entscheidend dafür, ihn bei infizierten Menschen besser zu erkennen und neue Therapien zu entwickeln. Wir haben nun nachgewiesen, dass unser Immunsystem auf Teile des Pilzes reagiert, von denen wir vorher nicht wussten, dass sie erkannt werden", sagt Studienleiter Gordon Brown.

    Sein Kollege, der Infektionsbiologe Axel Brakhage, ergänzt: "Es fasziniert mich, dass sich im Zuge der Evolution ein eigener Rezeptor für das Pilzmelanin entwickelt hat. Dies deutet darauf hin, dass der Farbstoff bei einer Infektion eine wichtige Rolle für den Menschen spielt." Nun wollen die Forscher prüfen, ob sich daraus neue Therapieoptionen ableiten lassen. (red, 23.3.2018)

    • Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus, der in der Natur praktisch überall vorkommt.
      foto: hans knöll-institut

      Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus, der in der Natur praktisch überall vorkommt.

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