VW T-Roc: Godot ist angekommen

    22. März 2018, 10:02
    240 Postings

    Der VW T-Roc parkt sich im extrem absatzträchtigen Bereich kleiner SUVs ein

    Wien – Spät, aber doch hat auch VW einen kleinen SUV im Repertoire. T-Roc heißt der kompaktere Bruder des Tiguan, und er ist ein Schlüsselkind. Denn ein schlüsselloses Sperrsystem sucht man bei diesem auch vom Absatzpotenzial her wichtigen Neuzugang vergeblich: Obwohl sonst elektronisch ziemlich hochgezüchtet, braucht der Kleine mit dem noch kleineren Kofferraum den physischen Startschlüssel. Das hat auch sein Gutes. Man spürt, dass man ein bisschen mitreden darf, wobei sich das Gestalten bei dem zur Verfügung gestellten Testwagen mit Sieben-Gang-DSG mehr oder weniger auf früheres Rauf- und Runterschalten beschränkt.

    foto: andreas stockinger
    Ohne Schlüssel geht beim T-Roc gar nichts.

    Billig ist der T-Roc für ein Einsteigermodell nicht, dafür sind wenigstens Assistenzsysteme (von Multikollisionsbremse über Fußgängererkennung mit City-Notbremsfunktion bis zum Spurhalte-Assistent) serienmäßig inkludiert. Gegen Aufpreis ist alles zu haben, was derzeit Stand der Technik ist.

    foto: andreas stockinger
    Im Wald, da sind die Räuber, aber mit dem Allrad-T-Roc darf man sich hineinwagen. Eher weniger mit der Frontantriebsversion.

    Die Geländetauglichkeit sieht man dem ersten "Crossover-Modell" aus Wolfsburg auf den ersten Blick nicht an. Der T-Roc kommt daher wie ein Golf mit mehr Bodenfreiheit. Für ein Überlebenscamp (oder doch eine Paar-Therapie? Zielgruppe sind ja explizit Paare, deren Kinder endlich aus dem Hotel Mama draußen sind) ist der Kofferraum eindeutig eine Provokation. Wäre das Heck weniger eckig (und hübscher), hätte nicht einmal der Einkauf Platz.

    foto: andreas stockinger
    Die Geländetauglichkeit sieht man dem T-Roc nicht sofort an.

    Der kleine Transportkäfig für die Hundsis muss sowieso auf die Rückbank, was Bracken-Mischling Bruno tierisch freute, er hatte Ausblick. Viel mehr passt dort allerdings auch nicht hin, Mitfahrer müssen sich zusammenfalten.

    Motorisch fährt sich der T-Roc (wem in aller Welt fallen solche Namen ein?), als wäre er immer schon da gewesen. Das Fahrwerk ist straff, der Wagen wendig. (Luise Ungerboeck)

    foto: andreas stockinger
    Der Kofferraum begeistert nicht mit schierer Größe.

    ZWEITE MEINUNG

    Er fährt sich, als gehörte er einem schon ewig. Völlig problemlos. Keine Überraschungen, alles logisch an seinem Platz und selbsterklärend. Durchdachtheit pur, VW eben. Praktisch ist er obendrein, aber das ist man ja vom Großteil der SUVs gewohnt. Da der T-Roc ein Fahrzeug in Golf-Größe ist, hat er auch den Bannstrahl der SUV-Hasser nicht so sehr zu fürchten. Der Testwagen, ein ausgenommen fescher Kampl in Blitzblau, war mit Allrad und 150-PS-Diesel mit SCR-Kat bewehrt, ideale Winter-Kombination. Stören eigentlich nur die Preise. Denn die sind geschmalzen. (Andreas Stockinger, 22.3.2018)

    foto: andreas stockinger

    Link

    Volkswagen

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

    Share if you care.