Nintendo Labo ausprobiert: So viel Spaß kann Karton machen

    25. März 2018, 10:55
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    Innovatives Spielkonzept für Hybridkonsole Switch, die sich vor allem an jüngere Gamer und ihre Eltern richtet

    Mit Karton die Massen begeistern, das schafft wohl nur Nintendo mit seiner treuen Anhängerschaft. Das japanische Unternehmen kündigte Mitte Jänner sein neuestes Projekt namens Labo an und zog mit der ungewöhnlichen Spielerei viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Idee dahinter: Aus Karton wird etwa eine Angel oder ein Motorradlenker gebastelt, denen durch die Hybridkonsole Switch Leben eingehaucht wird. Neben dem Multi-Set mit genannten Teilen gibt es auch das Roboter-Set – hier verwandelt man sich zu einer Kartonmaschine, die virtuell eine Stadt zerstören muss. Der GameStandard konnte bei einem Vorab-Event in Hamburg Labo testen.

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    Das Rennfahrzeug des Multisets.

    Rennauto ohne Reifen

    Die 69,99 Euro teure Spielerei richtet sich hauptsächlich an Kinder. Dies ist bereits bei den ersten Bastelversuchen ersichtlich. Jeder Schritt wird detailliert auf dem Bildschirm der Switch angezeigt und muss auch bestätigt werden. Gebaut wurde bei dem Vorab-Event das Rennfahrzeug des Multi-Sets, nach circa einer halben Stunde war dies bereits fertiggebastelt und einsatzbereit. Die Joycon-Controller der Konsole werden hierfür auf dem Fahrzeug angebracht, und dank der Vibrationsfunktion kann das Auto dann über den Bildschirm der Switch gesteuert werden.

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    Die Angel des Multisets.

    Fahrender Elefant oder Bagger

    Aufgrund fehlender Räder gleitet das Kartonfahrzeug dann vielmehr über glatte Oberflächen. Das Auto lässt sich mit Zusatzelementen wie einem Rüssel oder einer Schaufel bestücken – zusätzliche Verzierungen sind ebenso möglich. Sollten im Freundeskreis weitere Labo-Nutzer zu finden sein, sind mit den Rennautos auch Zweikämpfe oder Rennen möglich. Insgesamt ist dies eine nette Spielerei, bei der man nach kurzer Zeit allerdings das Interesse verliert – zumindest wenn man langsam auf die 30 zugeht.

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    Das Motorrad des Multisets.

    Angel und Motorradlenker

    Im Multiset warten aber auch noch andere Teile auf, die deutlich mehr Zeit und Anstrengung zum Zusammenbau voraussetzen. Das Motorrad und die Angel sollen etwa drei Stunden in Anspruch nehmen, hier wird auch die Hilfe der Eltern empfohlen. Die Nutzung dieser Kartonbauteile bringt auch deutlich mehr Spaß mit sich und fordert beim Rennfahren und Angeln bei angepasstem Schwierigkeitsgrad selbst ältere Spieler heraus. Zwecks Haptik trickst Nintendo auch ein bisschen, die Angel weist etwa durch die eingesetzte Schnur einen gewissen Widerstand auf und klackert aufgrund eines kleinen Kartonteils wie eine echte Spule.

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    Das Klavier des Multisets.

    Klavier und Kartonhaus

    Im Multiset sind auch noch ein Klavier und ein Haus enthalten. Das Musikinstrument funktioniert dabei erstaunlich gut und bringt sogar einen Aufnahmemodus mit sich, bei dem kleinere Stücke komponiert werden können. In dem Kartonhaus wohnt ein virtuelles Monster, das man immer wieder füttern muss. Nahrung wird mittels Minispielen verdient – die Steuerung geschieht über Stecker, die in die Löcher des Hauses eingesetzt werden. Das Monster reagiert auch darauf, so lässt sich etwa die Tageszeit einfach über einen Dreh bestimmen. Die Figur ist dann entweder hellwach oder schläft ein.

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    Das Roboterset von Nintendo Labo.

    Roboter-Godzilla

    Beim Roboterset trägt man eine Art Rucksack, der mittels Schnüren mit den Füßen und Händen verbunden ist, sowie ein Headset. Die Bewegungen werden dabei erfasst und auf dem Fernseher wiedergegeben. Die Rolle des Zerstörer-Roboters, der eine Stadt in Schutt und Asche legt, bringt einen durchaus außer Atem, wirklich spaßig ist dieser Spielmodus allerdings nicht – wohl hauptsächlich, wenn man nicht zu der Zielaltersgruppe zählt. Auf jeden Fall bedarf es allerdings weiterer Modi, für 69,99 Euro ist das momentan noch zu wenig.

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    Beim Programmiermodus der Switch können sämtliche Komponenten, aber auch Alltagsgegenstände zum Spielen kombiniert werden.

    Programmiermodus

    Zuletzt erlaubt Nintendo mittels Programmiermodus, dass sämtliche Labo-Komponenten kombiniert werden können. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Für Kinder ergibt sich hierbei durchaus eine interessante Möglichkeit, erste Gehversuche in der Programmierung zu machen. Etwas Potenzial wurde hier allerdings verschenkt, da es hierbei keinerlei Möglichkeit gibt, die eigenen Projekte mit anderen online zu teilen. Ein Marketplace für solche Konzepte wäre wohl ein Selbstläufer geworden.

    Fazit

    Nintendo hat vor allem beim Multiset gute Arbeit geleistet. Hier kann man etliche spaßige Stunden erwarten, sei es in Form des Zusammenbaus oder des eigentlichen Gamings. Dass sich Labo vor allem an jüngere Spieler richtet, ist anhand der sehr einfachen Spielmodi erkennbar – auch ältere Gamer werden damit aber ihre Freude haben, wenngleich diese wohl kürzer andauern wird. Ein großes Fragezeichen verbleibt beim Roboterset, dieses ist im aktuellen Umfang wohl auch für Kinder nur ein kurzer Spaß. Insgesamt ist Labo ein kreatives Spielkonzept, bei dem Nintendo aufzeigt, dass man selbst mit Karton eine ordentliche Gaudi haben kann. (Daniel Koller, 25.3.2018)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Die Reise nach Hamburg erfolgte auf Einladung von Nintendo.

    Link

    Nintendo Labo

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