Rot-grünes Polarlicht namens "Steve" gibt weiter Rätsel auf

    Ansichtssache25. März 2018, 20:52
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    foto: nasa/krista trinder

    "Steve" lässt Wissenschafter rätseln

    Polarlichter entstehen, wenn Luftmoleküle in den oberen Atmosphärenschichten durch die elektrisch geladenen Teilchen des Sonnenwinds angeregt werden. Wenn mehr Teilchen einströmen, erhöht sich dementsprechend auch die Leuchtkraft. Ist die Aurora grün, wurden Sauerstoffteilchen in etwa 80 bis 150 Kilometern Höhe zum Leuchten gebracht. Schimmert es dagegen rot, wurden 200 Kilometer hoch gelegene Sauerstoffatome angeregt. Violettes bis blaues Polarlicht zeigt sich, wenn Sonnenteilchen Stickstoffatome in einer Höhe von 150 bis 600 Kilometern anregen, doch dafür sind hohe Energien notwendig, entsprechend seltener sind diese Farben zu beobachten. Alle anderen Schattierungen ergeben sich aus der Mischung dieser Farben.

    Vor einigen Jahren haben Wissenschafter Hinweise darauf entdeckt, dass es eine weitere, rätselhafte Aurora-Variante gibt. Diese schmalen Streifen aus hauptsächlich rotem und geringeren Anteilen von grünem Licht tauchen wesentlich weiter südlich auf als herkömmliche Nordlichter und entzogen sich bislang jeglichen Erklärungsversuchen. Nun lieferten Esa-Satelliten und ein Citizen-Science-Projekt erstmals Daten, aus denen sich mögliche Ursachen für das vorläufig "Steve" (kurz für "Strong Thermal Emission Velocity Enhancement") getaufte Phänomen ableiten ließen.

    Wie Forscher um Elizabeth MacDonald vom Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt im Fachjournal "Science Advances" berichten, ergaben die Messungen der Swarm-Satelliten sowie eine Untersuchung von Hunderten Aurora-Aufnahmen, dass "Steve" mit einem plötzlichen Temperaturanstieg sowie einem heftigen Westwärts-Fluss von Ionen in der oberen Atmosphäre in Zusammenhang steht. Darüber hinaus nimmt bei solchen Polarlichtern polseitig die Elektronendichte zu, während sie äquatorseitig abnimmt. Obwohl diese Merkmale Parallelen zu einem anderen Phänomen namens SAID ("subauroraler Ionendrift") aufweisen, bleiben für die Wissenschafter noch immer viele Fragen offen. Vor allem ist fraglich, wie "Steve" zu seinen Farben kommt.

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