Cambridge Analytica: Facebook sperrt Whistleblower

    19. März 2018, 12:32
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    Christopher Wylie: "Wussten schon seit zwei Jahren bescheid" – Facebook beruft sich auf laufende Untersuchung

    Dank Online-Tests und unerlaubter Weitergabe von Daten soll die Firma Cambridge Analytica dem nunmehrigen US-Präsidenten Donald Trump im Wahlkampf zur Seite gestanden haben. 50 Millionen Facebook-Nutzer sollen im Detail auf ihre Interessen, Vorlieben und politischen Einstellungen durchleuchtet worden und gezielt mit angepasster Wahlwerbung angesprochen worden sein.

    Dass sich der Verdacht gegen das Unternehmen zuletzt massiv erhärtet hat, ist nicht zuletzt einer Person zu verdanken, die schon bei seiner Gründung dabei war: Christopher Wylie. Er verließ die Firma 2014 und tritt nun als Whistleblower gegen sie auf. Nun hat Facebook seinen Account gesperrt, berichtet Business Insider.

    Whistleblower gesperrt

    "Gesperrt von Facebook, weil ich etwas aufgedeckt habe, was man dort insgeheim schon seit zwei Jahren wusste", beklagt der 28-Jährige auf Twitter. Das schon am Freitag angekündigte Vorgehen verwundert, hatte Facebook doch erst selbst das Unternehmen am aus dem eigenen Netzwerk geworfen. Nach ersten Verdachtsfällen hatte man sich zuerst noch mit der freiwilligen Erklärung, das keine Datenweitergabe erfolge, zufrieden gegeben. Es blieb sonst bei einer einmaligen Aufforderung zur Datenlöschung mittels Brief, der belegt, dass Facebook schon länger über Missstände Bescheid gewusst haben muss.

    the guardian

    Auch das Konto von Aleksandr Kogan, jenem Professor an der Cambridge University, der die Daten zu "wissenschaftlichen Zwecken" angeboten hatte, wurde deaktiviert. Facebook beruft sich dabei auf die laufende Untersuchung der Vorfälle.

    Weshalb diese eine Sperre von Wylies Konto bedingt, wollte man aber kurzfristig nicht beantworten. Ebenso ist unklar, ob der Account danach wiederhergestellt wird. Auch sein Instagram-Account, großteils bestehend aus Bildern von Essen und Getränken, ist von der Sperre betroffen. (red, 19.03.2018)

    • Facebook hat die Konten von Wylie auf der eigenen Plattform und beim Tochterportal Instagram gesperrt.
      foto: twitter/christopher wylie

      Facebook hat die Konten von Wylie auf der eigenen Plattform und beim Tochterportal Instagram gesperrt.

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