Anti-Rassismus-Demo in Wien mit kleineren Zwischenfällen

    Video17. März 2018, 20:21
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    Polizei: Protestzug mit insgesamt 3.400 Teilnehmern – Demonstration größtenteils friedlich verlaufen

    Wien – Etwa 600 Kurden haben sich nach Polizeiangaben der Anti-Rassismus-Demonstration angeschlossen, die am Samstagnachmittag in Wien anlässlich des UNO-Aktionstags gegen Rassismus stattgefunden hat. Während des Protestzugs kam es zu kleineren Zwischenfällen, wie die Polizei am Samstagabend mitteilte.

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    Laut Polizei nahmen rund 3.400 Menschen an der Demonstration teil, laut Veranstalter 8.000.

    Im Wiener Resselpark hielten zwei Personen eine syrische Flagge in die Höhe, woraufhin es zu Auseinandersetzungen mit kurdischen Demonstranten kam. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die Streitigkeiten zu schlichten. Auseinandersetzungen innerhalb des kurdischen Blocks gab es beim Goethedenkmal und am Wiener Heldenplatz. Es kam zu Anzeigen nach dem Verwaltungsstrafgesetz und dem Strafrecht. Außerdem wurden einige Identitätsfeststellungen durchgeführt. Insgesamt verlief die Anti-Rassismus-Demonstration, an der laut Polizei 3.400 Menschen teilnahmen, aber größtenteils friedlich.

    Türkische Offensive in Afrin

    Organisiert wurde die Demonstration unter dem Motto "Gegen Rassismus und Faschismus" von einem breiten Bündnis linker und regierungskritischer Organisationen, darunter die "Plattform für eine menschliche Asylpolitik" und die "Omas gegen Rechts". Die Veranstalter sprachen von 8.000 Teilnehmern, die dem erneuten Wintereinbruch getrotzt hätten. "Es ist beeindruckend, dass auch heute wieder tausende Menschen in einem breiten Schulterschluss verschiedenster Gruppierungen über nationale und ideologische Grenzen hinweg auf der Straße waren und ein starkes Zeichen für internationale Solidarität gesetzt haben", sagt Brigitte Hornyik, Sprecherin der "Plattform für eine menschliche Asylpolitik", laut einer Aussendung.

    Hintergrund der kurdischen Beteiligung an der Demonstration ist auch die türkische Offensive im syrischen Afrin. Ankara möchte Afrin von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) "säubern" und eine "Pufferzone" an der türkisch-syrischen Grenze errichten. Die türkische Regierung sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation. In Hannover demonstrierten am Samstag 11.000 Menschen gegen das Vorgehen der türkischen Streitkräfte. Auch in anderen deutschen Städten kam es zu Demonstration. (APA, red, 18.3.2018)

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