Britische Regierung untersucht riesigen Missbrauchsskandal

16. März 2018, 19:19
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Behörden sollen Hinweise auf organisierten Missbrauch in Telford lange ignoriert haben – Bis zu tausend Opfer in vier Jahrzehnten

London – Die britische Regierung hat eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, die mögliches Behördenversagen bei einem Missbrauchsskandal in der Stadt Telford prüfen soll. Es handle sich um einen "absolut schrecklichen Fall der Ausbeutung der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Freitag in London.

Die Untersuchung solle dem Vorwurf nachgehen, die Behörden hatten Hinweise auf die Umtriebe des Pädophilen-Rings ignoriert. In der englischen Stadt Telford nahe Birmingham sollen seit den 1980er-Jahren bis zu tausend Kinder missbraucht worden sein. Dahinter soll ein organisiertes Netzwerk pädophiler Täter stehen. Der Fall wurde durch einen Bericht des "Sunday Mirror" bekannt und schlug in Großbritannien hohe Wellen. Premierministerin Theresa May sprach von einem "schrecklichen Fall", der sie schockiere.

Angst vor Rassismusvorwurf

Die Zeitung hatte der Polizei und den zuständigen Behörden vorgeworfen, Hinweisen auf den Missbrauchsskandal nicht nachgegangen zu sein. Einige der missbrauchten Minderjährigen seien als "Prostituierte" abgestempelt worden. Zudem habe die Polizei Informationen über die mutmaßlichen Täter, bei denen es sich um Asiaten handle, zurückgehalten, weil sie gefürchtet habe, als "rassistisch" abgestempelt zu werden.

In dem Bericht des "Sunday Mirror" kamen Opfer zu Wort, die von Gruppenvergewaltigungen, erzwungenen Abtreibungen und Drohungen berichteten. Die nun eingeleitete Untersuchung soll laut Innenministerium klären, wie die Behörden die Opfer hätten schützen können. Es gehe auch um "Lektionen für die Zukunft", sagte die Ministeriumssprecherin.

Zahlreiche ähnliche Fälle

In den vergangenen Jahren waren in mehreren britischen Städten ähnliche Missbrauchsnetzwerke aufgedeckt worden, unter anderem in der Stadt Rotherham. Auch in diesen Fällen blieben die Behörden lange Zeit untätig. (red, APA, 16.3.2018)

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