"God of War" angespielt: Vater sein ist nicht leicht, wenn man ein mordender Halbgott ist

    20. März 2018, 08:53
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    Das neueste Kratos-Abenteuer zeigt sehr viel Potenzial, obwohl vielerorts ein neuer Weg eingeschlagen wurde

    Kratos ist wieder da. Mehr als dreizehn Jahre nach dem grandiosen Erstlingswerk ist der spartanische Halbgott in "God of War" wieder im Einsatz. Im mittlerweile siebten Abenteuer des Glatzkopfes ist vieles anders. Kratos trägt nun Bart, ist Vater und nimmt es nicht mehr mit Figuren aus der griechischen, sondern aus der nordischen Mythologie auf. Der GameStandard konnte vor Veröffentlichung des Games am 20. April bei einem Event in Berlin bereits für drei Stunden in die Welt des neuen "God of War" eintauchen.

    Schwierige Vater-Sohn-Beziehung

    Zeitlich ist der neueste Ableger des Action-Adventures Jahre nach den Geschehnissen des dritten Teils angesiedelt. Kratos lebt mit seinem Sohn Atreus zurückgezogen im Wald. Ihn plagt ein innerer Konflikt. Einerseits ist er immer noch der blutrünstige, kämpferische Halbgott, andererseits nun ein Vater, der sich um sein Kind kümmern muss. Die Beziehung der beiden ist nicht leicht. Atreus eifert seinem Vater nach, will ihm gefallen, ihm imponieren – dieser kann allerdings kaum Gefühle zeigen.

    Mit Axt und Pfeil und Bogen gegen alle

    Nach einem einschneidenden Erlebnis müssen die beiden ihr abgeschiedenes Leben im Wald hinter sich lassen. Kratos muss wieder kämpfen – dieses Mal mit einer magischen Axt und Atreus an seiner Seite. Sein Sohn ist zwar, was kämpfen betrifft, unerfahren, aber recht geschickt, was den Umgang mit Pfeil und Bogen betrifft. Gemeinsam treten die beiden eine gefährliche Reise an, auf der vielerorts unterschiedliche übermächtige Gegner auf sie warten.

    Knackiger Schwierigkeitsgrad

    In der kurzen Testzeit auf der Playstation 4 Pro zeigte "God of War" sehr viel Potenzial. In puncto Grafik haben die Macher hervorragende Arbeit geleistet, und auch das Gameplay gefiel. Der getestete Schwierigkeitsgrad (normal) ist durchaus herausfordernd – einen einfachen Durchmarsch darf man sich nicht erwarten. Der höchste Schwierigkeitsgrad dürfte selbst Hardcore-Fans fordern – "God of War"-Creative-Director Cory Barlog sagte bei dem Event in Berlin, dass selbst er große Probleme damit hat.

    Hirnlos draufhauen und ordentlich grübeln

    Die serientypische Mischung aus Kämpfen und Rätseln, die es zu überwinden gilt, wurde ebenso gut getroffen. Mal drischt man ohne groß zu überlegen auf Gegner ein, dann wiederum kommt man aufgrund verschlossener Tore oder scheinbar unüberwindbarer Anhöhen länger ins Grübeln. In der dreistündigen Testphase lag hier das Verhältnis etwa bei 70 Prozent kämpfen und 30 Prozent Rätsel lösen – wobei es auch gilt, größere Gegner und ihre Angriffe beziehungsweise Schwachstellen zu dechiffrieren.

    Für Neulinge und Kenner

    Mit dem neuen "God of War" sollen übrigens auch Serienneulinge angesprochen werden, wie Cory Barlog sagte. Bisherige Teile müssen somit nicht gespielt werden, um bei der Geschichte von Kratos und Atreus durchzublicken. Wer bisherige Ableger kennt, wird dafür immer wieder auf Verweise auf vergangene Abenteuer des Halbgottes stoßen. Die Geschichte fügt sich auf jeden Fall nahtlos in das neue Setting ein – es wirkt fast so, als hätte Kratos immer schon gegen Kreaturen aus der nordischen Mythologie angekämpft.

    Mit neuen Fähigkeiten alle(s) zerlegen

    Zuletzt gibt es beim neuen "God of War" auch ein Fortschrittsystem für die beiden Spielfiguren. Geld, das durch Gegner abgeworfen wird oder sich hinter Schatzkisten verbirgt, kann verwendet werden, um die Charaktere mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Diese bringen im Kampf durchaus Vorteile mit sich, allerdings zeigte sich das System in der dreistündigen Testphase nicht tiefgreifend genug. Gegner lassen sich auch mit den Standardangriffen zerlegen – dies dauert dann nur länger und ist schwieriger. Mikrotransaktionen, um sich hier Vorteile zu erkaufen, gibt es erfreulicherweise nicht.

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    Ein Trailer zu der Story von "God of War".

    Fazit

    Die drei Stunden in der Welt von Kratos und Atreus machten Lust auf mehr. Der Umfang des Spiels wurde deutlich angehoben, zwischen 25 und 30 Stunden sollen nötig sein, um "God of War" durchzuspielen. Bisher gibt es nur sehr wenig an dem Game zu kritisieren, die Grafik des Spiels ist imposant, in puncto Gameplay hat man sehr gute Arbeit geleistet, und auch das Setting und die Story sind gelungen. "God of War" könnte wieder mal ein richtig gutes Action-Adventure werden und sogar den sehr starken ersten Teil überflügeln. (Daniel Koller, 20.3.2018)

    "God of War" erscheint am 20. April exklusiv für Playstation 4 und Playstation 4 Pro.

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Die Reisekosten nach Berlin wurden von Sony übernommen.

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