Zwischen Mangrovenhain und Eismeer: Wohnen am Wasser

    Ansichtssache1. April 2018, 12:00
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    Ein neuer Architekturband zeigt moderne Häuser im oder am Wasser

    foto: nigel rigden

    Wasser tritt als See, Fluss, Meer, aber auch als klimatisches Phänomen wie Nebel, Regen und Schnee auf. Damit und mit dem Land, auf dem sie gebaut sind, treten die Behausungen des Bildbandes "Am Wasser Leben" in Beziehung. Zu sehen sind keine hermetisch versiegelten Schachteln, sondern Häuser, bei denen das Wasser – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Design mit einfloss: entweder aufs Wasser blickend, aufs Wasser gebaut oder das Wasser reflektierend.

    So wie das Exbury Egg im englischen New Forest, das am Beaulieu River liegt. Das von einem örtlichen Bootsbauer errichtete künstlerische Projekt schwimmt am Wasser und wurde angeblich von den Seevögeln inspiriert, die an den Ufern nisten. Drinnen gibt es eine Hängematte und sogar einen Herd. Durch ein ovales Oberlicht kann man den Himmel genießen.

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    foto: siggen stinessen

    Hier ist eines der vier Häuser des Manshausen Ressort in Norwegen zu sehen. Auf der kleinen Insel im nordnorwegischen Steigen-Schärengarten steigen naturverbundene Besucher gerne ab. Die Häuser stehen direkt auf den Felsen und bieten einen imposanten Ausblick aufs kalte Wasser des Europäischen Nordmeers.

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    foto: photograph © javier callejas, javiercallejas.com

    Das Tulia House in Kenia liegt auf einem Grundstück zwischen einem Mangrovenhain und einem Korallenkliff. Die Nähe zum Wasser sorgt für eine natürliche Belüftung im schwülen Klima am Indischen Ozean. Das Haus wird von einer neun Meter breiten Stiege dominiert, an deren End ein Tauchbecken ist, von dem aus die Badenden das Meer zwar hören, aber nicht sehen können. Dafür ist die Sicht aufs Meer von den im oberen Stock liegenden Wohnräumen garantiert.

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    foto: tanja milbourne

    Das Pole House auf der australischen Great Ocean Road steht auf einer 13 Meter hohen Säule. Eine Brücke verbindet das Haus mit dem Land. Nur zum Meer hin gibt es eine volle Verglasung, die beiden anderen Seiten haben keine Fenster. Das Gebäude wirkt wie ein Wachturm oder eine Burg. Auf alle Fälle haben dessen Bewohner nahende Besucher im Blick.

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    foto: photograph © bharath ramamrutham, courtesy khosla associates

    Das Cliff House im indischen Kerala ist ein Beispiel für ein das Wasser reflektierendes Gebäude. Dessen Wohnbereiche reihen sich um einen großen Pool, der ins Meer zu fließen scheint.

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    foto: gibeon photography

    Die Watershed Lodge in Montana, USA, wurde um einige seichte Tümpel herum gebaut. Auffallend sind die vielen Ebenen und Plattformen, die den Innenbereich beschatten. Der erhöhte Sockel, auf dem das Haus steht, sorgt dafür, dass sich das Gewässer, das vom Yellowstone River gespeist wird, jederzeit ausweiten und zurückziehen kann. Holzstege führen direkt zum Wasser. (adem, 1.4.2018)

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