Dem Weltraumteleskop Kepler geht in wenigen Monaten der Sprit aus

    15. März 2018, 11:53
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    Die fruchtbare Mission des Planetenjägers wird schon sehr bald enden. Noch aber liefert Kepler spektakuläre Entdeckungen

    Washington – Während uns die Mission Kepler nach wie vor mit wertvollen Daten versorgt (gerade wurde erst der Fund einer womöglich lebensfreundlichen Supererde bekannt gegeben), neigt sich ihre aktive Phase rasant dem Ende zu. Nach rund neun Jahren im All wird dem Weltraumteleskop wohl innerhalb der kommenden Monate der Treibstoff ausgehen, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.

    "Unsere Schätzung ist, dass der Tank innerhalb weniger Monate leer sein wird – aber wir sind auch schon in der Vergangenheit von der Leistung von "Kepler" überrascht worden", sagte Nasa-Ingenieur Charlie Sobeck. "Wir erwarten also, dass die Mission bald endet, aber wir sind darauf vorbereitet, dass wir so lange weitermachen, wie der Treibstoff es zulässt." Bis dahin sollten so viele Daten wie möglich gesammelt und zur Erde geschickt werden.

    Erfolgreiche Verlängerung

    Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) benannte Planetenjäger war 2009 ins All gebracht worden und befindet sich in einem Sonnenorbit, um nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Seitdem hat Kepler Hinweise auf tausende Exoplaneten gefunden. Komplikationslos verlief das nicht: Nachdem die Primärmission durch den Ausfall von zwei Reaktionsrädern zur Steuerung der Lage und Ausrichtung des Teleskops schon im Mai 2013 eingestellt werden musste, wurde eine zweite Mission erdacht: K2.

    Indem Kepler entlang der Ekliptik neu ausgerichtet wurde, die den Strahlungsdruck der Sonne ausgleicht, wurde eine eingeschränkte Beobachtung zwar weiterhin möglich und brachte auch zahlreiche Entdeckungen mit sich. Damit wird wohl bald Schluss sein.

    Nachfolger startet im April

    Ein Nachfolger steht aber schon in den Startlöchern: Am 16. April soll das Weltraumteleskop "Transiting Exoplanet Survey Satellite" (TESS) vom US-Bundesstaat Florida aus starten und sich auf die Suche nach Exoplaneten machen. Anders als Kepler soll TESS sich bei seinen Beobachtungen auf helle, erdnahe Sterne konzentrieren.

    Dabei soll es möglich werden, Daten über die Masse, Größe, Dichte und Umlaufbahn vieler kleiner Planeten zu berechnen, nach Angaben der Nasa soll das Teleskop dafür an die 500.000 Sterne untersuchen. Die vielversprechendsten Welten sollen dann mithilfe des James Webb Space Telescopes (JWST) näher untersucht werden, das im Frühjahr 2019 ins All starten soll. (red, 15.3.2018)

    • Noch dreht Kepler seine Runden. Nach Angaben der Nasa reicht der Treibstoff des Weltraumteleskops aber nur mehr für wenige Monate.
      illustr.: nasa/jpl

      Noch dreht Kepler seine Runden. Nach Angaben der Nasa reicht der Treibstoff des Weltraumteleskops aber nur mehr für wenige Monate.

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