Google kämpft gegen unerlaubte Werbeeinschaltungen

14. März 2018, 13:12
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Der Internetkonzern hat im Vorjahr 3,2 Milliarden Werbeeinschaltungen von den eigenen Plattformen verbannt

Wien – "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung." Dieses Zitat bewahrheitet sich nicht nur für den fiktiven Superhelden Spiderman, sondern auch für den Internetgiganten Google. Der Konzern will User vor irreführender Werbung schützen und hat damit einiges zu tun.

Die Anzahl irreführender und unerlaubter Werbeeinschaltungen hat 2017 ein neues Rekordniveau erreicht. Das berichtet Google im Trust & Safety in Ads Report 2017, dem ehemaligen Bad Ads Report.

Pro Sekunde entfernt Google rund 100 Bad Ads von Adwords und Adsense. Das entspricht rund 3,2 Milliarden Anzeigen im Vorjahr, 2016 waren es noch 1,7 Milliarden und 700 Millionen im Jahr 2015. Überdies wurden 320.000 Veröffentlicher geblockt, 90.000 Websites gesperrt und 700.000 Apps wegen Richtlinienverstößen entfernt.

Sogenannte Bad Ads enthalten üblicherweise Malware im Anhang, versprechen schnellen Reichtum, enthalten anstößige Inhalte oder dienen zur Verbreitung von Unwahrheiten – den viel zitierten Fake-News.

Methoden und Zahlen

Das Internet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um User in die Irre zu führen. Hier ein Einblick in die gängigsten Methoden:

  • Trick to click: Gewinnspiele oder Systemwarnungen verführen den User zum Anklicken. (66 Millionen Ads)
  • Tabloid Cloaking: Gefälschte Banner wirken wie echte Schlagzeilen. Der Banner führt jedoch zu einer Spam-Website, die mit dem vorgegebenen Inhalt meist nichts zu tun hat. (7.000 Accounts)
  • Malware: Nutzer werden auf Malware-infizierte Seiten geleitet und zum Download von Schadsoftware verführt. (79 Millionen Ads und 400.000 Websites)
  • Scraping: Inhalte von Internetseiten werden kopiert und abermals publiziert. (12.000 Websites)
  • Verdächtige Aktivitäten: Der Verifizierungsprozess wird zu umgehen versucht beziehungsweise missachtet. (130 Millionen Versuche)

Gegenmaßnahmen

Wie sollte es auch anders sein, Google setzt bei der Bekämpfung von Bad Ads auf neue technologische Lösungen wie das sogenannte Page Level Enforcement. Dabei wird Werbung gezielt auf einzelnen Websites unterdrückt. Dieser Prozess hat dazu geführt, dass mehr als zwei Millionen Seiten vom Google-Adwords-Netzwerk ausgeschlossen wurden.

Um Missbrauch proaktiv entgegenzuwirken, hat der Konzern vergangenes Jahr 28 zusätzliche Richtlinien für das Schalten von Werbung eingeführt.

Und auch der Faktor Mensch spielt nach wie vor eine Rolle. Google-Managerin Jessica Stansfield zufolge soll die Zahl der Mitarbeiter, die Anzeigen überprüfen, auf 10.000 aufgestockt werden.

Google hat praktisch keine andere Wahl, als die Arbeit in diesem Feld zu verstärken. Einerseits ist es "common courtesy", sprich es gehört sich so, andererseits läuft man Gefahr, User zu vergraulen, wenn man die Qualitätsansprüche zu lange außer Acht lässt. (and, 14.3.2018)

  • Bad Ads enthalten üblicherweise Malware im Anhang, versprechen schnellen Reichtum, enthalten anstößige Inhalte oder dienen zur Verbreitung von Unwahrheiten.
    foto: reuters/benoit tessier

    Bad Ads enthalten üblicherweise Malware im Anhang, versprechen schnellen Reichtum, enthalten anstößige Inhalte oder dienen zur Verbreitung von Unwahrheiten.

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